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Umfrage : Jeder Zweite hat kein Vertrauen in Banken

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Der Handschlag als Symbol des Vertrauens: Viele würden sich nicht darauf einlassen, wenn es um Banken geht. Bild: dpa

Nicht einmal jeder zweite Bundesbürger vertraut Banken oder Finanzunternehmen. Das ist das Ergebnis einer Langzeit-Studie des Meinungsforschungsunternehmens Gallup.

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          Das Vertrauen der Deutschen in Banken nimmt laut einer Umfrage seit der Finanzkrise langsam wieder zu, hat aber das Niveau nicht mehr erreicht, das es vor der Finanzkrise hatte. 44 Prozent der Befragten äußerten Vertrauen in Banken oder Finanzinstitute, teilte das Meinungsforschungsunternehmen Gallup mit. Das sind 4 Prozentpunkte mehr als unmittelbar nach der Finanzkrise im Jahr 2009.

          Doch noch misstraut jeder Zweite (50 Prozent) den Banken. 2007 hatten 57 Prozent Vertrauen, bei 39 Prozent überwog das Misstrauen.

          „Das Vertrauen, das sich die Branche in vielen Jahren mühsam aufgebaut hatte, ist innerhalb eines Jahres zusammengebrochen“, sagt Studienleiter Marco Nink. „Von der Finanzkrise hat sich der Ruf der Branche nicht erholt.“

          Viele Misstrauen gegen Unternehmen

          Allerdings muss man dabei auch berücksichtigen, dass Arbeitnehmer Unternehmen in Sachen Ethik und Moral branchenübergreifend kein gutes Zeugnis ausstellen. Der Aussage, dass Unternehmen Kunden niemals belügen oder ihnen relevante Informationen vorenthalten, stimmt in Deutschland nur etwas mehr als jeder dritte Beschäftigte uneingeschränkt zu. Insgesamt sind sich die meisten Beschäftigten unsicher, ob ihr Arbeitgeber Kunden immer integer behandelt.

          Weniger als ein Viertel der Befragten glaubt ohne Wenn und Aber, dass das eigene Unternehmen nicht nur den eigenen Vorteil im Blick hat. Und nur 17 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass ihre Arbeitskollegen das machen, was für die Kunden richtig ist. Die Daten zeigten, dass sich einige Branchen auf Jahre nicht vom Fehlverhalten weniger erholten, sagt Nink.

          Mitarbeiter, die regelmäßig mit ihren Führungskräften über angemessenes Verhalten sprechen, sind deutlich häufiger überzeugt, dass sich das eigene Unternehmen auch integer verhält. 43 Prozent der Befragten, die sich regelmäßig mit Vorgesetzten über ethische Fragen austauschen, stimmt der Aussage uneingeschränkt zu, dass ihr Unternehmen Kunden niemals belügt oder Informationen vorenthält.

          „Mitarbeiter müssen sensibilisiert und angehalten werden, ihren eigenen moralischen Kompass bei der Arbeit zu nutzen“, so Nink. „Hier ist der direkte Vorgesetze das A und O – auch in modernen Unternehmen, die auf Eigenverantwortung und nicht hierarchiebezogene Denkweisen setzen.“

          Dabei sei wichtig, dass Zielvereinbarungen und Anreizsysteme keine Ellenbogen-Mentalität fördern und dass Teammitglieder jederzeit gegenüber ihrem direkten Vorgesetzten Bedenken äußern dürfen. Unternehmen müssten überdenken, wie sie mit Ethik und Moral umgehen. Sonst könnten sie sich dauerhaft selbst schädigen. „Ich bin mir sicher, dass es vor der Finanzkrise in Banken viele Mitarbeiter gab, die den angebotenen Finanzprodukten misstrauten. Sie haben ihren Zweifel aber nicht geäußert der wurden nicht gehört. Unternehmen brauchen aber eine Kultur des Zweifels. Sie müssen Mitarbeiter ermutigen, zu reflektieren und zu hinterfragen.“

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