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Konjunktur : Japans Wirtschaftswachstum kommt fast zum Stillstand

Shopping in Japan: Die Nachfrage bleibt schwach. Bild: Reuters

Zur schwachen Binnennachfrage gesellt sich in Japan ein schrumpfender Export. Im Ergebnis wuchs die Wirtschaft im vergangenen Quartal gerade mal um 0,1 Prozent.

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          Die japanische Wirtschaft hat sich im dritten Quartal des Jahres deutlich abgeschwächt. In einer ersten Schätzung meldeten die Statistiker am Donnerstag einen Zuwachs des realen Bruttoinlandsprodukts gegenüber dem Vorquartal von 0,1 Prozent. In den drei Vorquartalen war die Wirtschaft im Durchschnitt noch um 0,4 Prozent je Quartal gewachsen. Bei einer schwachen Binnennachfrage belastete die andauernde Exportschwäche das Wachstum zusätzlich.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Japans Export von Gütern und Dienstleistungen schrumpfte im Zeitraum von Juli bis September um 0,7 Prozent gegenüber Vorquartal und lag 1,3 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Gründe dafür sind die Verlangsamung der chinesischen Konjunktur und auch der von Amerika angezettelte Handelsstreit mit China.

          Lichtblick bei Investitionen

          Für Japan war es das wirtschaftlich schwächste Quartal seit einer Schrumpfung vor einem Jahr. Wirtschaftsminister Yasutoshi Nishimura erklärte, die den Konsum stützenden Fundamentaldaten blieben robust. Das Verbrauchervertrauen aber sei schwach, was die Regierung aufmerksam beobachte. Ein Lichtblick in den Datendetails ist, dass die Investitionen von Unternehmen um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal stiegen.

          Doch das schwache Wachstum dürfte Forderungen nach einem staatlichen Konjunkturprogramm Aufschwung verleihen. Ministerpräsident Shinzo Abe hatte schon zuvor für das im März endende Fiskaljahr zusätzliche Staatsausgaben aus einem Reservefonds angekündigt, um den von dem schweren Taifun Nummer 19 Geschädigten Hilfe zukommen zu lassen. Die Bank von Japan schließt eine weitere geldpolitische Lockerung nicht aus, stellte sich bislang aber auf den Standpunkt, dass die Binnenkonjunktur robust genug sei, um die außenwirtschaftliche Abschwächung und globale Risiken zu überstehen.

          Doch die Wachstumsdaten lassen daran Zweifel aufkommen. Trotz der Erhöhung der Konsumsteuer im Oktober von 8 auf 10 Prozent erlebte die japanische Wirtschaft in den Monaten zuvor keinen ausgeprägten Konsumschwung. Zwar kauften die Verbraucher in den Monaten vor der Steuererhöhung verstärkt dauerhafte Konsumgüter wie Möbel, Fernseher oder Auto. Der gesamte Konsum aber wuchs mit einem Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal langsamer als zuvor, was Fragezeichen hinter die Stärke der binnenwirtschaftlichen Entwicklung setzt. Manche Volkswirte erwarten für das Jahresschlussquartal eine Schrumpfung der Wirtschaft.

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