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Zentralbank von Japan : Notenbank wird ohne Not grün

Japans oberster Währungshüter, Haruhiko Kuroda Bild: AFP

Die Bank von Japan läuft ohne Grund den politischen Öko-Zielen hinterher und gibt ein weiteres Stück ihrer Unabhängigkeit auf.

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          Die Bank von Japan ergrünt. Das Hilfsprogramm läuft darauf hinaus, dass die Zentralbank Banken Geld leiht, womit diese Investitionen und Kredite für den Klimaschutz finanzieren sollen.

          Anders als gezielte Ankäufe „grüner Anleihen“, die manche europäische Notenbanker ins Auge fassen, ist das ein Beitrag gegen Treibhausgase, der von der regulären Geldpolitik weit entfernt ist und ihr nicht schadet.

          Gouverneur Haruhiko Kuroda kennt das Primat der geldpolitischen Ziele, Preisniveaustabilität und Finanzstabilität. Umso bizarrer ist es, dass die Bank sich auf die Finanzhilfen einlässt.

          Falls der Klimawandel kommt wie prognostiziert, kommt er vorhersagbar über Jahrzehnte. Märkte können sich frühzeitig daran anpassen. Eine besondere Gefahr für Preisniveau oder Finanzstabilität ist nicht ersichtlich, geschweige denn eine Notwendigkeit für vorbeugende Spezialkredite der Notenbank.

          Die Bank von Japan läuft so ohne Grund den politischen Öko-Zielen hinterher und gibt ein weiteres Stück ihrer Unabhängigkeit auf. Die Abhängigkeit kann der Geldpolitik dann doch schaden. Japan ist daran gewöhnt. Europa sollte damit nicht anfangen.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

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