https://www.faz.net/-gv6-9td5i

Zuwanderung : Japans Gastarbeiterprogramm stockt

Bauarbeiter in Japan Bild: AFP

Mehr als 45.000 Gastarbeiter wollte Japans Regierung in diesem Fiskaljahr ins Land holen. Doch bislang hat die Regierung gerade mal 900 Visa erteilt. Das Justizministerium sieht Anlaufschwierigkeiten.

          1 Min.

          Eine der wichtigsten Reformen, mit denen der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe dem Land mit seiner schrumpfenden Bevölkerung mehr wirtschaftlichen Schwung geben will, ist das Gastarbeiterprogramm. In einer Reihe von Branchen wie dem Hotelgewerbe, der Nahrungsmittelindustrie oder Pflegediensten sollen in den kommenden fünf Jahren bis zu 345.000 ausländische Arbeiter mit befristeten Visa im Land arbeiten dürfen. Doch die ersten Ergebnisse sind ernüchternd. Nach Angaben des Innenministeriums wurden seit April bis Anfang November nur 895 Visa erteilt. Das sind erheblich weniger als die bis zu 47.550, die die Regierung in den ersten zwölf Monaten des Programms anlocken wollte.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Das zuständige Justizministerium erkennt Anlaufschwierigkeiten und begründet die bislang geringe Zahl damit, dass noch nicht in allen potentiellen anderen Ländern die notwendigen Aufnahmetests durchgeführt wurden. Ende September hatten sich erst 279 Gastarbeiter in Japan eingefunden, der Großteil aus Vietnam, Indonesien und den Philippinen.

          Die bislang geringe Zahl der Visa-Halter lässt Befürchtungen aufkommen, dass das Programm scheitern könne, auch weil die Regierung die Auswahlkriterien vielleicht zu streng angesetzt hat. Vor gut einem Jahrzehnt scheiterte ein ähnlicher Versuch in weit kleinerem Rahmen. Damals wollte die Regierung einige hundert Pflegekräfte im Ausland rekrutieren. Von denen, die kamen, kehrten die meisten nach recht kurzer Zeit wieder in ihre Heimat zurück. Dazu trug auch bei, dass die Integration in die recht homogene japanische Gesellschaft sehr schwerfiel.

          Dennoch steigt langsam die ausländische Bevölkerung in Japan. Ende Juni lebten 2,83 Millionen Ausländer in Japan. Das waren nur 2,24 Prozent der gesamten Bevölkerung, doch für Japan ist schon das ein Rekord. Die meisten der Ausländer sind dauerhafte Bewohner, gefolgt von technischen Praktikanten und ausländischen Studenten.

          Weitere Themen

          Weltgrößter Börsengang erfolgreich Video-Seite öffnen

          Aramco-Aktie im Plus : Weltgrößter Börsengang erfolgreich

          Der weltgrößte Börsengang des Ölkonzerns Saudi Aramco ist ein Erfolg: Die Aktien der saudiarabischen Staatsfirma debütierten am Mittwoch mit 35,2 Riyal an der Börse in Riad. Das ist ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Ausgabepreis.

          Topmeldungen

          Freie Fahrt? Auf Deutschlands Autobahnen wartet die „größte Verwaltungsreform seit Jahrzehnten“.

          Autobahnen : Besser als Google Maps

          Bald übernimmt der Bund Planung, Bau und Betrieb der Autobahnen. Anfang 2020 beginnt ein erster Härtetest: Eine Verwaltung, die sich Jahrzehnte eingespielt hat, wird durcheinandergewirbelt. Wird alles klappen?
          Die Dividenden ersetzen die Zinsen nicht.

          Die Vermögensfrage : Die Dividende ist nicht der neue Zins

          In Zeiten abgeschaffter Zinsen werden neue Anlagemöglichkeiten gesucht und gefunden: die Dividende. Ein guter Tausch? Dividendentitel können ein attraktiver Bestandteil der eigenen Aktienanlagestrategie sein, den Zins aber ersetzen sie nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.