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Japan : Regierung will Steuererleichterungen für Kleinbetriebe streichen

Bild: AFP

Japans Finanzminister Taro Aso plant, die hohen Körperschaftsteuern in den kommenden Jahren zu senken. Das Ganze muss aber finanziert werden.

          Die japanische Regierung erwägt Medienberichten vom Dienstag zufolge, Steuererleichterungen für kleinere und mittlere Unternehmen zu streichen. Mit den Einnahmen soll eine generelle Senkung der Körperschaftssteuer mitfinanziert werden, heißt es. Betroffen wären rund 660000 Unternehmen. Betriebe mit einem Jahreseinkommen von weniger als 8 Millionen Yen im Jahr zahlen in Japan wegen  der internationalen Finanzkrise seit 2009 statt der 25,5 Prozent nationaler Steuer nur 19 Prozent. Das hat die Staatskasse im vergangenen Jahr mit mehr als 96,1 Milliarden Yen belastet.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Finanzminister Taro Aso plant, die im internationalen Vergleich hohen japanischen Körperschaftsteuern in den kommenden Jahren zu senken. Derzeit liegt die Belastung effektiv bei rund 35 Prozent. In Japan werden neben den nationalen auch lokale Steuern erhoben. Eine Senkung der Unternehmenssteuern um einen Prozentpunkt kostet den Finanzminister mehr als 470 Milliarden Yen. In den Medien sind Vorwürfe laut geworden, dass die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe mit dem möglichen Streichen der Steuervergünstigungen für die kleineren Unternehmen und einer Unternehmenssteuerreform erneut die Großindustrie einseitig fördere. Kritiker warfen Abe bereits vor, dass er die Steuern für Unternehmen senken, aber an einer weiteren Erhöhung der Mehrwertsteuer von derzeit 8 auf 10 Prozent im Oktober 2015 festhalten will.

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