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Schwächelnde Industrie : Japans Ausblick auf düstere Zeiten

Der Ausblick für Japans Industrie ist laut einer aktuellen Gesellschaftsklima-Umfrage getrübt. Bild: AFP

Zum vierten Mal in Folge schrumpft in Japan einer Geschäftsklimaumfrage zufolge das verarbeitende Gewerbe. Das hat auch mit den Olympischen Spielen im kommenden Jahr zu tun.

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          Die wirtschaftliche Aktivität im verarbeitenden Gewerbe Japan ist nach einer Geschäftsklimaumfrage den vierten Monat nacheinander geschrumpft. Der von der Jibun Bank veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für Japan lag im August bei 49,3 Punkten, nahezu unverändert vom Juli-Wert mit 49,4 Punkten. Der innen verharrt damit den vierten Monat nacheinander unter der Schwelle von 50 Punkten und deutet damit auf eine Schrumpfung im verarbeitenden Gewerbe hin.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Die Geschäftsklimaumfrage verstärkt so den düsteren Ausblick, der seit Monaten über der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt hängt. Die negativen Einschätzungen überwiegen in der Umfrage. Seit der Jahreswende berichten die Unternehmen über eine schleppende und nachlassende Auftragsentwicklung aus den In- und Ausland. Die Sorgen richten sich auf internationale Handelsrisiken, aber auch auf inländische Faktoren. Die Unternehmen fürchten, dass der Auftragsschub in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele im kommenden Jahr allmählich ausläuft. Anfang Oktober wird zudem die Verkaufssteuer von 8 auf 10 Prozentpunkte erhöht. Das kann die heimische Nachfrage zusätzlich bremsen.

          Spannungen mit Südkorea ein zusätzliches Risiko

          „Die Eskalation der Spannungen mit Südkorea fügt der fragilen Lage kaum noch ein zusätzliches Risiko hinzu“, kommentierte Joe Hayes, ein Ökonom von IHS Markit, das den Geschäftsklimaindex erstellt. Die Auswirkungen des Handelsstreits zwischen Japan und Südkorea zeigen sich bislang aber vor allem im Dienstleistungssektor. Koreanische Touristen bleiben aus und damit die Nachfrage nach Konsumgütern in Japan. In einem hochpolitisierten Streit über den japanischen Umgang mit Entschädigungen für ehemalige südkoreanische Zwangsarbeiter verschärfen die Regierungen in Tokio und in Seoul sicherheitsbedingte Exportkontrollen von Ausfuhren in den jeweiligen Nachbarstaat.

          Die schwierige Lage des verarbeitenden Gewerbes in Japan bestätigte am Montag Angaben des Finanzministeriums zur Entwicklung im Quartal von April bis Juni. Danach investierten die Unternehmen insgesamt zwar 1,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im verarbeitenden Gewerbe aber vielen die Investitionsausgaben um 6,9 Prozent, während sie in den anderen Wirtschaftsbereichen um 7 Prozent stiegen. Die Gewinne der Unternehmen sanken im zweiten Quartal um 12 Prozent. Nach vorläufigen Angaben hatte das Wirtschaftswachstum in Japan sich im zweiten Quartal von 0,7 auf 0,4 Prozent verlangsamt.

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