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Jacques’ Wein-Depot : Großaktionär stellt sich hinter Hawesko-Angreifer

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Am 10. April feierte das Hanseatische Wein & Sekt Kontor (Hawesko) seinen 50. Geburtstag. Bild: obs

Im Streit über die Zukunft des größten deutschen Weinhändlers Hawesko hat sich nun der dritte Großaktionär zu Wort gemeldet. Wird er das vorgelegte Übernahmeangebot annehmen?

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          Im Machtkampf um Deutschlands größten Weinhändler Hawesko („Jacques’ Wein-Depot“) zeigt der dritte Großaktionär Michael Schiemann Sympathien für die Pläne des übernahmewilligen Investors Detlev Meyer. „Wenn man Zukäufe plant, muss man sich mit Eigenkapital anfüttern“, sagte Schiemann an diesem Samstag. Ohne Zukäufe sei das Ziel von Hawesko-Vorstandschef Alexander Margaritoff, den Umsatz in fünf Jahren zu verdoppeln, nicht erreichbar. Das Unternehmen für Zukäufe extrem zu verschulden, lehne er ab. Schiemanns Augendum Vermögensverwaltung hält fünf Prozent an Hawesko.

          Meyer, der als Gründer der Textilkette CBR (Cecil, Street One) bekannt geworden ist, hat ein Übernahmeangebot für Hawesko  vorgelegt und will dort einen Kurswechsel einleiten. Die ungewöhnlich hohe Gewinn-Ausschüttungsquote will er halbieren und mit dem so eingesparten Geld die Expansion bezahlen. Schon nach wenigen Tagen hat Meyer mit einem Anteil von 31,3 Prozent Margaritoff (30 Prozent) als größten Anteilseigner abgelöst. Dabei liegt der Hawesko-Kurs mit 42 Euro über Meyers Gebot von 40 Euro je Aktie. Die Offerte läuft noch bis zum 22. Dezember.

          Schiemann sagte, er habe sich noch nicht entschieden, ob er sie annehmen werde. „Es gibt ein Angebot, das nicht unfair ist. Ich habe alle Zeit der Welt, mir das zu überlegen. Die Dividende nimmt man schon gerne mit, wenn sie auf dem Konto ist.“ Meyer und Schiemann kennen sich: Beide gehören zu den Gesellschaftern des Fußball-Bundesligisten Hannover 96. „Mit dem Machtkampf habe ich nichts zu tun“, betonte Schiemann.

          Der Hawesko-Vorstand warf Meyer am Freitag vor, sich an den Weinversender „anschleichen“ und ein Pflichtangebot umgehen zu wollen, das fällig geworden wäre, wenn ein Anteil von 30 Prozent überschritten wird. „Durch diese Vorgehensweise werden die Aktionäre um eine angemessene Kontrollprämie gebracht“, sagte Finanzvorstand Ulrich Zimmermann. Hawesko will sich bis zum 5. Dezember offiziell zu dem Angebot äußern.

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