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Ratingagentur Fitch : Italien triumphiert trotz negativen Rating-Ausblicks

Luigi Di Maio, Guiseppe Conte und Matteo Salvini (v.l.) haben Grund zur Freude. Bild: EPA

Die Ratingagentur Fitch schätzt den Ausblick immer noch negativ ein, nicht aber Italiens aktuelle Kreditwürdigkeit. Die Regierung reagiert triumphierend. Und die Ratingagentur hat möglicherweise Angst wegen eines Strafverfahrens.

          Triumphierend reagiert Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte darauf, dass die Ratingagentur Fitch ihr grundlegendes Urteil über Italien beibehalten hat. Für Fitch bleibt die Einschätzung von Italiens Kreditwürdigkeit konstant bei „BBB“.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Auch die Aussichten bleiben „negativ“. Die nächsttiefere Bewertung „BBB-„ wäre die unterste Stufe der Ratingskala für solide Investitionen. Schon unterhalb von „BBB-“ beginnt die Skala der riskanten Anlagen. Sollte Italien in diese Region abrutschen, müssten viele Fonds italienische Titel verkaufen.

          Schon auf der Stufe oberhalb der Trennlinie zwischen soliden und spekulativen Titeln wäre Italien immer neuen Spekulationen über den nächsten Abwärtsschritt ausgesetzt. Bisher sieht aber nur die Ratingagentur „Moody’s“ die Italiener an der Grenze der Solidität. Die Urteile von Fitch und der Agentur „Standard & Poor’s“ liegen weiter eine Stufe höher.

          Das Zögern von Fitch

          Auf das Urteil der Ratingagentur vom Freitag reagierte das Amt des Ministerpräsidenten mit den Worten: „Die Bewertung von Fitch bestätigt die wirtschaftliche Solidität unseres Landes, und wird, wie vorhersehbar, beeinflusst von der vorübergehend verlangsamten Wirtschaft, die ganz Europa betrifft.“

          Italiens Regierung gehe weiter auf dem vom Haushalt 2019 vorgezeichneten Weg, der wirtschaftliche Entwicklung und soziale Gleichheit sichere. „Die fundamentalen Daten des Landes, die Kontinuität der Beschäftigung, die wiedergewonnene Stärke der Banken, sind solide“, heißt es aus dem Hause des Ministerpräsidenten.

          Die Ratingagentur sieht die Lage Italiens allerdings ganz anders: „Die Bewertung und die negativen Aussichten spiegeln das extrem hohe Niveau an öffentlichen Schulden wider sowie die Abwesenheit von strukturellen Haushaltskorrekturen“, schreibt Fitch. Als weitere Risikofaktoren genannt werden eine „relativ hohe Auslandsverschuldung, immer noch schwache Qualität der Aktiva der Banken, sehr niedrige Tendenzen für das reale Wachstum, politische Unsicherheit, zusätzliche Risiken für die Schulden“.

          Zum Zögern von Fitch, diese Einschätzungen in eine Abwertung umzuwandeln, könnte auch der Umstand beitragen, dass Fitch nach den Abwertungen von 2011 in Italien einem Strafverfahren Prozess ausgesetzt war, dem erst 2017 ein Freispruch folgte.

          Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, die Ratingagentur Fitch habe den Ausblick zu Italiens Kreditwürdigkeit auf negativ gesenkt. Tatsächlich aber war der Ausblick schon vor der aktuellen Bekanntgabe negativ, er wurde also beibehalten. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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