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Kritik an der Geldpolitik : Axel Weber fürchtet zunehmende Probleme in Italien

Axel Weber berät nun den Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch. Auch weiterhin tritt er als scharfer Kritiker der EZB auf. Bild: Helmut Fricke

Der frühere Bundesbankpräsident sieht die EZB in der Inflationsbekämpfung deutlich hinter der amerikanischen Notenbank Fed. Sie wird länger gegensteuern müssen.

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          Seinen ersten Auftritt als Berater des Kölner Vermögensverwalters Flossbach von Storch hat er zu einer Abrechnung mit der Geldpolitik, insbesondere mit der Europäischen Zentralbank (EZB), genutzt. Axel Weber, von 2004 bis 2011 Bundesbankpräsident und von 2012 bis April 2022 Verwaltungsratschef der Schweizer Großbank UBS, ging am Mittwoch in Frankfurt mit EZB-Präsidentin Christine Lagarde scharf ins Gericht. Vor allem deren Ankündigung, auch in Zukunft auf die Entwicklung der Risikoaufschläge von Staatsanleihen dämpfend einwirken zu wollen, hält Weber für einen großen Fehler. Der Test von Italien, das künftig von der rechtspopulistischen Politikerin Giorgia Meloni regiert wird, steht seiner Ansicht nach noch bevor.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Italien wird das Eurosystem in den nächsten sechs Monaten belasten“, ist Weber überzeugt. Die deutsche Regierung muss seinen Worten zufolge eine viel klarere Europa-Politik betreiben und ihre Forderungen durchsetzen. Denn Italien könne zusätzliche Steuereinnahmen von 7 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung – des Bruttoinlandsproduktes (BIP) – generieren, wenn es Steuertatbestände so wie in Deutschland oder den Niederlanden anwende. Die Steuersätze seien in Italien nur nominell vergleichbar hoch, bei den Ausnahmen sei das nicht der Fall. In Deutschland und den Niederlanden beliefen sich die Ausnahmetatbestände auf 1 Prozent des BIP, in Italien aber auf 8 Prozent, sagte Weber und berief sich dabei auf Statistiken internationaler Wirtschaftsorganisationen wie zum Beispiel der OECD.

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