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Aktienkurs unter Druck : IT-Unternehmen S&T wehrt sich gegen Leerverkäufer Fraser Perring

  • Aktualisiert am

Ebenso angriffslustig wie umstritten: der britische Leerverkäufer Fraser Perring Bild: REUTERS

Die österreichische Software-Schmiede weist die Vorwürfe abermals zurück. Viele weitreichende Fehleinschätzungen hielten einer objektiven Prüfung nicht stand.

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          Das österreichische IT-Unternehmen S&T will nach massiven Vorwürfen des Leerverkäufers Fraser Perring einen unabhängigen Gutachter einschalten. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte sei mit einer externen forensischen Prüfung der von Perrings Analysefirma Viceroy Research erhobenen Vorwürfe beauftragt worden, teilte S&T am Dienstag mit. Zudem werde der Aufsichtsrat einen unabhängigen Experten in den Vorstand berufen, der sich als Chief Compliance Officer um die Themen Recht, Compliance und Corporate Governance kümmern soll.

          Inhaltlich wies S&T-Vorstandschef Hannes Niederhauser die Anschuldigungen von Perring abermals zurück, die die S&T-Aktie vor zwei Wochen um ein Drittel hatte abstürzen lassen. Sie hat sich seither nur teilweise erholt. S&T veröffentlichte am Dienstag eine ausführliche Reaktion auf die Vorwürfe. „Unsere Stellungnahme zeigt, dass Viceroy Research in seinem Report zahlreiche weitreichende Fehleinschätzungen getroffen hat, die einer objektiven Prüfung nicht standhalten“, sagte Niederhauser.

          Apple-Zulieferer Foxconn ist größter Aktionär

          Viceroy Research habe S&T vor der Veröffentlichung seines Reports nicht kontaktiert, um die darin erhobenen Vorwürfe auch nur ansatzweise zu validieren. Viceroy hatte S&T als „Roll up“, bezeichnet, also als Kaufmaschine, die sehr schnell und ohne gründliche Prüfung viele IT-Gesellschaften insbesondere in Osteuropa erwirbt. Diese würden nicht integriert. Zudem weise S&T viele Beteiligungen nicht transparent genug  aus. Der Technologiekonzern aus Österreich, der dem Tec-Dax angehört, setzt mit mehr als 6000 Mitarbeitern rund 1,3 Milliarden Euro um. Größter Einzelaktionär ist der chinesische Apple-Zulieferer Foxconn über seine Tochtergesellschaft Ennoconn mit 26,6 Prozent.

          „Operativ befinden wir uns weiterhin im erwarteten Rahmen und halten an unserer Prognose für das laufende Geschäftsjahr fest.“ S&T hatte sich bereits im vergangenen Jahr mit kritischen Berichten von Analysten auseinandersetzen müssen. Niederhauser hatte damals eine Vereinfachung der Unternehmensstruktur und die Bestellung eines neuen Abschlussprüfers angekündigt. Nun teilte S&T mit, KPMG solle vom kommenden Jahr an EY ablösen. Darüber muss die Hauptversammlung 2022 entscheiden.

          Hinter Viceroy Research steckt der spätestens seit der Wirecard-Pleite bekannte Spekulant Fraser Perring. In dem Skandal um den Zahlungsabwickler hatte er zu den frühen Mahnern gehört. Seitdem hat er in Deutschland vor allem mit seinen Berichten über den Leasingspezialisten Grenke und dem Immobilienunternehmen Adler Group von sich reden gemacht. Die Aktienkurse der beiden Unternehmen stürzten nach Vorwürfen ebenfalls stark ab und konnten sich seitdem nur etwas davon erholen. Die Aktie von S&T zeigte sich nach der Stellungnahme zunächst erholt und legte im frühen Handel am Dienstag um 3,5 Prozent zu.

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