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Wall Street unter Druck : War es das mit der Trump-Rally?

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Die Händler an der Wall Street erlebten am Dienstag den größten Kursrückgang seit einem halben Jahr. Bild: AFP

Amerikas Aktienmärkte verbuchten am Dienstag den stärksten Kursrückgang seit September. Auch in Asien geben die Kurse nach. Anleger bekommen Zweifel.

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          Amerikas Aktienmärkte haben am Dienstag den größten Kursrückgang seit einem halben Jahr erlebt. Der Leitindex Dow Jones Industrial schloss 1,14 Prozent tiefer bei 20 668,01 Punkten – zuletzt war es im September vergangenen Jahres derart kräftig bergab gegangen. Der Index ging überdies fast auf seinem Tagestief aus dem Handel.

          Dow Jones

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          Der S&P 500 fiel ebenfalls um 1,24 Prozent auf 2344,02 Zähler – auch hier war es zuletzt vor einem halben Jahr derart kräftig bergab gegangen. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 endete bei 5332,53 Punkten und somit 1,49 Prozent unter seinem Schlusskurs vom Vortag. Kurz nach Handelsstart war er noch auf ein Rekordhoch bei gut 5439 Punkten geklettert. Dann jedoch drehte der Markt. Gewinner des Tages waren dagegen Treasuries und Gold. Sie legten derweil zu.

          S&P 500

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          Dahinter standen zunehmende Sorgen, dass die Wachstums-Politik des neuen amerikanischen Präsidenten im Kongress abgewürgt werden könnte. Donald Trump war mit Republikanern zusammengetroffen, um für Unterstützung zur Reform des Gesundheitssystems zu werben, während Investoren und Händler weiter auf Details zu den lange angekündigten Steuer- und Infrastrukturplänen warteten.

          Ein Börsianer sprach von Gewinnmitnahmen nach der Trump-Rally der vergangenen Wochen. Belastung kam zudem von weiter sinkenden Ölpreisen. Verstärkt wurde der Abwärtsstrudel von einem Pressebericht, wonach Nordkorea sein Atomprogramm beschleunigen wolle. Der Ölpreis fiel unter die Marke von 48 Dollar zurück, was Aktien aus dem Rohstoffsektor unter Druck brachte.

          Investoren sind sich nicht mehr sicher

          Auch in Asien war die Unsicherheit über Trumps Konjunkturpaket zu spüren. Unter Druck geriet der Markt zudem durch eine Meldung der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo, wonach Nordkorea womöglich mehrere Raketen abgefeuert hat. Auch positive Konjunkturdaten konnten die Stimmung nicht aufhellen. So zogen in Japan die Exporte den dritten Monat in Folge an, wie das Finanzministerium mitteilte. In Tokio verlor der Nikkei-Index 2,1 Prozent auf 19.041 Punkte.

          NIKKEI

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          Dazu trugen Kursgewinne des Yen bei, die die Exportchancen japanischer Firmen schmälern. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb  Japans notierte 1,3 Prozent tiefer. In Australien fiel der Index 1,6 Prozent. Zweifel am bevorstehenden Trump-Boom dürften laut Börsianern in den nächsten Tagen auch die Börsen in Europa belasten. Immer mehr Investoren seien sich über Tempo und Ausmaß der von Präsident Donald Trump versprochenen Konjunkturspritzen nicht mehr sicher, sagte ein Händler.

          DAX ®

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          Am Mittwoch sank der deutsche Leitindex Dax in der ersten Handelsstunde um 0,75 Prozent auf 11.872,20 Punkte. Bereits tags zuvor hatten Bedenken über die Politik von Donald Trump auf die Stimmung gedrückt.

          Dax gewann seit Anfang November 18 Prozent

          Seit der Wahl Trumps hatten die Märkte bisher nur eine Richtung gekannt: nach oben. Allein der Dax gewann seit Anfang November, als die Stimmung zunehmend zugunsten des Republikaners ausschlug, in der Spitze bisher rund 18 Prozent. Nun aber realisierten selbst die größten Optimisten langsam, dass Trump mit seinen Reformplänen in der Umsetzung Schwierigkeiten habe, sagte Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets UK.

          EUR/USD

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          Der Kurs des Euro hielt sich dagegen im amerikanischen Handel auf dem im europäischen Geschäft erreichten, deutlich höheren Niveau. Nachlassende Sorgen der Anleger vor politischen Turbulenzen in der Eurozone sorgten für Auftrieb. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,0813 Dollar. Letztmals wurde der Euro Anfang Februar über der Marke von 1,08 Dollar gehandelt. Richtungsweisende zehnjährige Anleihen gewannen 12/32 Punkte auf 98 17/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,42 Prozent.

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