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Teure Energie : Der große Streit um die grüne Inflation

Der Öllieferant drückt die Stopptaste am Tankwagen: Heizöl hat sich in Deutschland auf Jahressicht um 61 Prozent verteuert. Bild: Wonge Bergmann

Wie sehr ist die Klimapolitik schuld am starken Anstieg des Preisniveaus? Einige Studien liefern dafür Anhaltspunkte. Greenpeace hat darauf jedoch eine ganz andere Sichtweise.

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          Die Deutsche Bank hat jetzt eine Studie vorgelegt, in der sie eindrucksvoll vor Augen führt, wie stark es die Energiepreise sind, die im Moment die Inflation befeuern und das Leben der Verbraucher teurer und teurer machen. Sie weist auf das Risiko hin, das aktuell dadurch besteht, dass Deutschland mehr als 50 Prozent seines Erdgases und mehr ein Drittel seines Rohöls aus Russland importiert. Zudem spricht sie von einem Energiepreisschock, der durch die synchrone Erholung der Wirtschaft überall auf der Welt bei einem gleichzeitig nur moderat wachsenden Energieangebot und Logistikproblemen an vielen Stellen entstehe. Sie nennt aber auch einen Faktor, der auf all das noch obendrauf komme: die „Greenflation“.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Diese „klimapolitisch bedingte Energiepreisinflation“ solle nicht unterschätzt werden, schreiben die Bankanalysten. Sie schwäche das Argument, dass der aktuell zu beobachtende allgemeine Preisanstieg nur vorübergehend sei. Ähnlich hatte unlängst EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel argumentiert: Sie hatte eingeräumt, dass die Notenbanken womöglich ihre traditionelle Vorgehensweise ändern müssten, für die Ausrichtung ihrer Geldpolitik durch Energiepreisschwankungen einfach „hindurchzusehen“ – wenn der Energiepreisanstieg durch die Klimapolitik zunehmend strukturelle Komponenten bekomme.

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