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Scherbaums Börse : Das Erfolgsmodell von Apple trägt auch für die Zukunft

  • -Aktualisiert am

Erfolgsmodell: Apple-Chef Tim Cook mit dem neuen iPhone 12 Bild: dpa

Das teuerste Unternehmen der Welt macht nicht nur seinen Nutzern Freude, sondern auch Anlegern. Das wird sich dank des neuen iPhone 12 im Jahr 2021 weiter auszahlen.

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          Das neue iPhone ist da. Am Dienstagabend wurde mit dem iPhone 12 die neue Version präsentiert. Apple-Fans, Analysten und Anleger waren gespannt, was Apple-Chef Tim Cook dem Publikum vorlegen wird. Nun ist es ein iPhone geworden, dass es in vier verschiedenen Varianten gibt. Das neue Modell muss das tun, was bisher alle bisherigen Smartphones mit dem Apfel-Logo erfüllen sollten: Die große Fan-Gemeinde in Begeisterung und vor allem zum Kaufen der Modelle bringen. Denn gut ist für den Konzern mit dem Apfel-Logo nicht gut genug.

          Mit vier Varianten des neuen Modells versucht Apple möglichst eine Vielzahl von (potentiellen Neu-)Kunden zu erreichen. Soll bitte ja keiner sagen, der kalifornische Konzern habe für ihn kein passendes Modell – auch wenn Käufer künftig zunächst einmal auf ein Netzteil und Kopfhörer verzichten müssen und Apple dies mit CO2-Einsparungen begründete. Erhältlich ist das Zubehör natürlich dennoch. Doch Apple kann bei einem Großteil der iPhone-12-Käufer davon ausgehen, dass sie bereits Dinge wie ein Apple-Netzteil oder Kopfhörer besitzen. Der Konzern kann damit Kosten sparen und zugleich sein grünes Image aufpolieren.

          Apple hat seine Hausaufgaben gemacht

          Dies wiederum ist Teil der Strategie von Apple, in der jeder iPhone-Kunde auch einer ist, der die vielen anderen Apple-Produkte und Dienstleistungen wie MacBook, iPad, Apple Watch, AirPods, Apple Music und Apple Pay nutzt oder künftig nutzen soll. Der amerikanische Konzern hat in den vergangenen zwei Jahren konsequent seine Hausaufgaben gemacht. Apple versuchte die Wende und gleichzeitig die hauseigenen Fan-Gemeinschaft zufrieden zu stellen und hat es geschafft:

          Unser Autor Christoph Scherbaum ist Börsenfachmann und arbeitet als Finanzjournalist aus Ludwigsburg.
          Unser Autor Christoph Scherbaum ist Börsenfachmann und arbeitet als Finanzjournalist aus Ludwigsburg. : Bild: Christoph Scherbaum

          Weg vom reinen iPhone-Konzern, hin zum Unterhaltungs- und Dienstleistungskonzern mit einem Kult-Smartphone als Umsatzbringer Nummer Eins und innovativen und gewinnträchtigen Produkten wie der Apple Watch, die bei den Erlösen immer entscheidender werden. Dass ein kalifornischer Technologiekonzern zudem einmal bei den Stückzahlen die gesamte ehrwürdige Schweizer Uhrenindustrie abhängen würde, hätte vor einem Jahrzehnt auch niemand gedacht.

          Wie erfolgreich Apple durch die Corona-Krise gekommen ist, dürften die nächsten Quartalszahlen zeigen, die am 29. Oktober anstehen. Analysten gehen im Schnitt von einem leichten Umsatzanstieg aus, während der Gewinn je Aktie von 0,71 Dollar je Aktie im Vorjahresquartal auf 0,76 Dollar je Aktie signifikant gesteigert worden sein dürfte. Die Margenstärke von Produkten wie dem iPhone oder der Apple Watch dürften hierbei wieder entscheidend gewesen sein. Wie das erst mit dem iPhone 12 ausschauen wird, wissen Anleger nach dem Weihnachtsquartal.

          Seitens der Analystenhäuser ist das Echo auf das neue Kernprodukt jedenfalls überwiegend positiv. Vor allem JP Morgan ist sehr optimistisch gestimmt. Hier belässt man die Einstufung mit „Overweight“, versehen mit einem Kursziel von 150 Dollar. Kunden dürften in starkem Maße ältere iPhones durch neuere ersetzen, so die Einschätzung. Zudem würden die neuen iPhones zu wettbewerbsfähigen Preisen angeboten, obwohl sie nun fit für den 5G-Datenfunk seien.

          RBC hat derweil die Einstufung für Apple nach der Vorstellung der neuen iPhone-Modelle auf „Outperform“ mit einem Kursziel von 132 Dollar. Mit dem Verkaufsstart der neuen 5G-iPhones beginne für den Elektronikkonzern ein mehrjähriger Aufwärtszyklus, schrieb Analyst Robert Muller. Solche Einschätzungen hören natürlich Apple-Investoren gerne, die beim Blick in das eigene Depot nach wie vor entspannt sein dürften.

          Eine Top-Aktie an der Wall Street

          Nachdem der Apple-Aktienkurs zwischen Februar und März dieses Jahres noch um mehr als ein Drittel auf rund 53 Dollar einbrach, gingen die Notierungen in den Höhenflug über. Dabei legte der Kurs der Dow-Jones-Aktie bis Anfang September in der Spitze um 160 Prozent zu und markierte bei rund 138 Dollar ein neues Allzeithoch. Nach dem steilen Anstieg setzte der Kurs bis Mitte September auf 103 Dollar zurück, woraufhin bis Mitte Oktober eine neue Aufholbewegung folgte.

          APPLE

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          Damit rückt das historische Hoch von Anfang September ins Visier. Dass es neue Bestmarken geben wird, scheinen nur ganz wenige anzuzweifeln. Unter anderem Goldman Sachs. Das Analysehaus rät zum Verkauf der Aktie, während Credit Suisse Apple als „Neutral“ mit einem Kursziel von 106 Dollar sieht. Dabei sind neue Rekordhochs bei Apple quasi vorprogrammiert, wie die langfristige Börsenhistorie der Aktie eindrucksvoll belegt. Allein auf Zehnjahressicht ging es für den Kurs im Schnitt um 28 Prozent jährlich nach oben, womit Apple zu den absoluten Top-Aktien an der Wall Street gehört.

          Die Apfel-Erfolgsgeschichte geht weiter

          Apple ist also sehr profitabel. Wer 2010 eine Summe von 10.000 Euro in Aktien von Apple investiert hat und damals Steve Jobs und seinen Produkt-Visionen Glauben geschenkt hatte, für den konnten bis zum heutigen Tag daraus mehr als 131.000 Euro werden. Mit Apple haben also langfristig orientierte Anleger sehr gutes Geld verdient, wenn sie sich nicht von zwischenzeitlichen kurzfristigen Kursschwächen haben nervös machen lassen.

          Aktien des Unternehmens mit der höchsten Marktkapitalisierung der Welt im eigenen Depot zu haben, dürfte auch im Börsenjahr 2021 kein Fehler sein. Apple hat es bisher immer geschafft, die Käufer von seinen Produkten zu überzeugen, das sollte sich in den folgenden Quartalen einmal mehr im Aktienkurs und auch in der Bilanz widerspiegeln.

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