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Investmentfonds : Unterschiedliche Signale im Januar

  • -Aktualisiert am

Asienfonds waren im Januar die großen Gewinner. Aber die Erfahrung des Vorjahres zeigt: den Monat Januar als Indikator für den Rest des Jahres zu nehmen, ist die falsche Strategie.

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          Der erste Monat des neuen Jahres ist vorbei und die Gewinner-Fonds der ersten Wochen stehen fest. Ganz vorne dabei sind mit Wertentwicklungen von bis zu 37 Prozent plus vor allem solche Fonds, die ihr Geld in Asien anlegen. Länderfonds für den thailändischen, den taiwanesischen und den koreanischen Aktienmarkt haben im Schnitt nach knapp fünf Wochen im Jahr 2001 die Nase vorn.

          Den Vogel abgeschossen hat dabei der Dresdner RCM ASF Thailand. Der Länderfonds erreicht einen Spitzenwert von plus 37,5 Prozent. Besonders profitiert von einer Erholungsphase zu Jahresbeginn haben auch die auf asiatische Technologiewerte spezialisierten Fonds. Der UBS Asian Technology legte um knapp 30 Prozent zu, der von der Vereins- und Westbank-Tochter aufgelegte nordasia.com erreicht ein Plus von rund 26 Prozent.

          Lobenswerte Beispiele

          Wer jetzt allerdings glaubt, damit auch gleich die künftigen Jahressieger ausmachen zu können, den belehrt die Geschichte des Vorjahres eines Besseren. Zwar gab es immer wieder Beispiele, bei denen die Gleichung tatsächlich aufging. Der Biotechnologiesektor etwa gehört dazu. Fonds wie der Framlington FIP Health oder der Hornblower Life Science, die sich auf diese Branche konzentrieren, lagen nicht nur im Januar 2000 unter den Top Ten aus rund 4.500 Fonds. Antony Milford, verantwortlich für das Produkt aus dem Hause der britschen Fondsgesellschaft Framlington schaffte im Vorjahr sogar den Gesamtsieg.

          Ein besonders positives Beispiel liefert auch der MMWI Defensiv Fonds. Der Fonds aus dem Haus der M.M. Warburg Invest setzt auf eine Mischung aus europäischen Aktien und Anleihen mit eindeutigem Schwerpunkt auf Deutschland. Fondsmanager Rudy Pomper scheut sich dabei nicht, einmal eine größere Position in liquiden Mitteln vor sich herzufahren oder die Möglichkeiten zu nutzen, die ihm die gesetzlichen Vorschriften für den Einsatz von Terminmarktinstrumenten bieten.

          Mal ganz weit vorne, mal ganz weit hinten

          Leider dürften Leute wie Milford und Pomper aber auch künftig die Ausnahme bleiben. Denn die Regel sieht eigentlich anders aus. Das bekam beispielsweise Marian von Korff zu spüren. Der Geschäftsführer der in Ilmmünster bei München ansässigen Fair-Invest berät unter anderem das Fondsmanagement des VMR Fund Strategie Quadrat. Mit dem Fonds sucht von Korff in erster Linie nach aussichtsreichen Aktien am Neuen Markt. Das hat sich im Jahr 1999 sehr gut bezahlt gemacht. Schon nach einem Monat lag das VMR-Produkt mit einem Plus von über 46 Prozent auf Platz eins aller Fonds in Deutschland. Und auch am Jahresende noch konnte von Korff mit einem Plus von 310 Prozent und einem dreizehnten Platz glänzen.

          Im vergangenen Jahr kam dann der Absturz. Zwar startete der Fonds noch mit einem Ein-Monats-Plus von 26 Prozent in die Neuer-Markt-Euphorie des ersten Quartals 2000 (Platz 11 aller Fonds). Am Jahresende aber hatten die Anleger ein sattes Minus von knapp 33 Prozent (Platz 4.163) zu beklagen.

          Die Regel sieht anders aus

          Von Korff ist nur ein Beispiel von vielen. Die im vergangenen Jahr so hoch gelobten Fonds des japansichen Nebenwerte-Spezialisten Masato Kawada, Fondsmanager bei Invesco, kamen genauso unter die Räder wie die meisten auf Technologiewerte ausgerichteten Fonds.

          Die Konsequenz, die sich daraus auch für künftige Strategien ergibt heißt: möglichst breit streuen! Wer auf viele verschiedene Karten setzt, der darf auf lange Sicht zwar sicher nicht mit Spitzengewinnen rechnen. Andererseits vermeidet er so auch die krassen Abstürze, die zum Teil die Gewinner-Fonds eines bestimmten Jahres im darauffolgenden Zyklus erfahren mussten.

          Die Januar-Gewinner des laufenden Jahres, also die asiatischen Aktienmärkte dürften sicher ein aussichtsreicher Bestandteil einer solchen Strategie sein. Aber eben nur ein Bestandteil innerhalb eines Gesamtportfolios. Auch die arg gebeutelten Werte der Technologiebranche und des Telekomsektors werden sich langfristig möglicherweise wieder zu Plusbringern entwickeln. Die Basis aber sollte immer noch eine Mischung aus einem guten international anlegenden Fonds sowie einem auf europäische Standardwerte konzentrierten Portfolio sein. Wer im laufenden Jahr noch einen Sicherheitsteil in Anleihen investiert, wird sicher auch damit nicht schlecht fahren.

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