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Uber, Airbnb und Co. : Warum die „Einhörner“ nicht an die Börse wollen

In die Technik von gestern investieren

Um sein Vermögen von umgerechnet rund 790 Milliarden Euro zu mehren, würde der Staatsfonds am liebsten in zukunftsträchtige Technologiefirmen investieren. Aber die wollen sich eben partout nicht auf den öffentlichen Markt wagen.

Im New-Economy-Boom zur Jahrtausendwende sind Start-ups im Schnitt vier Jahre nach ihrer Gründung an die Börse gegangen; heute lassen sie sich elf Jahre Zeit. Von daher liefe man als Investor „Gefahr, nur ins Geschäft und in die Technik von gestern zu investieren“, hat Oyind Schanke, Chefanleger des norwegischen Staatsfonds, jüngst in einem Interview gemahnt: „Was das Wachstum betrifft, wirft dies Fragen für die Gesellschaft als Ganzes auf.“ Studien zeigten: Je höher in einem Land die Quote an börsennotierten Unternehmen ist, desto stärker ist im Schnitt auch das Wachstum.

Insgesamt weniger Börsengänge

Im Laufe dieses Jahres haben gerade einmal neun amerikanische Tech-Firmen einen Börsengang gewagt. 2015 waren es insgesamt 28 Unternehmen, in den Jahren zuvor noch durchschnittlich 41. Der letzte größere Börsengang einer Technologiefirma liegt schon ein Jahr zurück. Im vergangenen November gelang er Match, zu der die Dating-App Tinder gehört und der an der Börse 2,9 Milliarden Dollar eingesammelt hat.

Über die Einhörner hinaus sieht es auch nicht besser aus, gibt es 2016 doch insgesamt so wenig Börsengänge in den Vereinigten Staaten wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Mitunter müssen Unternehmen von der amerikanischen Aufsichtsbehörde SEC geradezu gedrängt werden, sich aufs Parkett zu wagen und ihr Geschäft transparent zu machen.

Keine Lust auf Offenlegung

Aber Einblicke in die laufenden Geschäfte zu geben – genau das widerstrebt den Einhörnern. Zum einen wird dann nämlich haarklein belegt, was im Prinzip jeder weiß: dass nämlich On-Demand-Geschäftsmodelle, wie es die Apps von Uber und Airbnb sind, längst nicht profitabel sind, sondern satte Verluste aufweisen. Neben den Offenlegungspflichten ist den jungen Branchenrevoluzzern auch die ganze Regulierung zuwider. Alle drei Monate Geschäftsberichte präsentieren zu müssen, sich ständig von Aktionären reinreden zu lassen und für jedes juristische Scharmützel Rückstellungen bilden zu müssen, das missfällt ihnen gehörig.

So war Ubers Abschied vom hart umkämpften chinesischen Markt im Sommer zwar mit vielen öffentlichen Nebengeräuschen begleitet. Wäre der Fahrdienst aber an der Börse notiert gewesen und hätte pflichtgemäß mitteilen müssen, in China eine Milliarde Dollar verpulvert zu haben, wäre es unter seinen Anteilseignern zum Knall gekommen. Der Aktienkurs hätte arg gelitten.

Snaps Börsengang

Außerdem sind die Gründer und Chefs mitunter Querdenker und als solche wenig geneigt, ihre Zeit mit ausgiebiger Investorenpflege zu vertreiben. Darunter leidet angeblich ihre Kreativität. „Ich weiß, dass viele im Silicon Valley so denken. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich dieses Ethos verstehe“, sagt Orion Hindawi, Gründer und Chef der Cybersicherheitsfirma Tanium. Das auf 3,5 Milliarden Dollar geschätzte Start-up ist eines der wenigen Einhörner, das nicht mit der Masse läuft, sondern im kommenden Jahr an die Börse gehen will.

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