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Internationaler Währungsfonds : Chinas Währung ist jetzt in der Champions-League

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Der Yuan gehört jetzt dem Währungskorb des IWF an. Bild: AFP

Der chinesische Yuan ist seit diesem Samstag offiziell Weltreservewährung. Den Dollar wird er aber nicht ablösen.

          Ritterschlag für die chinesische Währung: Der Yuan ist seit diesem Samstag offiziell Weltreservewährung, er gehört nun dem Währungskorb des Internationalen Währungsfonds an. Darüber entschieden hatte der IWF bereits vor rund einem Jahr. Und wie ein richtiger Ritterschlag hat der Schritt für den Geadelten zunächst vor allem eine große symbolische Bedeutung - und keine praktische. Einerseits.

          Andererseits dürfte infolgedessen gleichwohl die Bedeutung und Verwendung der chinesischen Währung weiter wachsen. Und dies nicht nur, weil internationale Notenbanken ihre je eigenen Währungsreserven an diesem Währungskorb orientieren.

          Fünf Währungen im Korb

          China ist in den vergangenen zwanzig Jahren von einer regionalen Wirtschaftsgröße zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt geworden - es gibt Schätzungen, wonach die Volksrepublik in einigen Jahren auch die Vereinigten Staaten zumindest überholen könnten, wenn es um die Größte des Bruttoinlandsproduktes geht.

          Für die Bedeutung und das Gewicht einer Währung gibt es einige Größen, die sie gut anzeigen. Einmal die Verwendung für internationale Zahlungen - für Wertpapiergeschäfte, Rohstoffe, Waren und Dienstleistungen. Hier dominiert der amerikanische Dollar nach wie vor, über ihn laufen mehr als 90 Prozent aller Transaktionen. Das sein Vorsprung so groß ist, hängt damit zusammen, dass für das internationale Wirtschafts-Geschehen eine Verrechnungseinheit als optimal angesehen wird. Zumindest ergibt sich das, wie der verstorbene Ökonom Ronald McKinnon einmal treffend beschrieb, aus dem Verhalten der Akteure; und zwar der privaten wie der staatlichen. Fast alle anderen Währungen stehen nur für eine kleine Prozentzahl, allein der Euro sticht da heraus.

          Tatsächlich ist für das Gewicht und den Einfluss der Währung eine wohl zunehmend bedeutendere Größe, wie sehr sie das Handeln anderer Währungszonen beeinflusst. Und hier spielt der Yuan eine sehr große Rolle. Gewichtet nach dem Handelsanteil, macht der Yuan mittlerweile ein Fünftel am Dollarkurs aus. Inklusive Kanada und Mexiko, die viel mit China und den Vereinigten Staaten handeln, steigt dieser Anteil in Richtung der Hälfte. Ohne das außerordentlich explizit zu machen, was der im Jahresverlauf und vor allem zu Jahresbeginn schwächelnde Yuan-Kurs ein Grund, aus dem die Führung der amerikanischen Notenbank Federal Reserve entschied, die Zinsen erst einmal nicht weiter anzuheben.

          Einen ähnlichen Einfluss auf das Verhalten anderer Notenbanken hat außer dem Yuan nur der Euro und mit einigen Abstrichen der japanische Yen. Das britische Pfund, das die fünfte offizielle Weltreservewährung ist, dürfte hingegen eher aus historischen Gründen dem Währungskorb des IWF immer noch angehören und nicht aufgrund der aktuellen oder absehbaren Bedeutung.

          Der Währungskorb wiederum bildet die Werte-Grundlage für die Kunstwährung des IWF, die sogenannten Sonderziehungsrechte (SZR). Über diese werden die Beiträge der IWF-Mitglieder (Quoten), wie auch ihre Kreditmöglichkeiten beim Fonds bemessen.

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