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Internationaler Finanzmarkt : Die Woche der Investmentbanken

Konjunktur in Amerika stabilisiert sich

Nach Schätzungen aus Banken könnte die Inflationsrate in den Vereinigten Staaten in den kommenden Monaten auf mehr als 5 Prozent steigen, und dass zu einem solchen Szenario kein Leitzins von 2 Prozent passt, ist offensichtlich. Und da die amerikanische Wirtschaft in diesen Wochen immer wieder Daten produziert, die auf eine Stabilisierung der Konjunktur deuten, beginnen die Finanzmärkte die Möglichkeit von Leitzinserhöhungen durch die Fed einzupreisen. Diese Aussicht ist ein Grund für die leichte Erholung des Dollar gegenüber dem Euro, zu der am vergangenen Freitag das gescheiterte EU-Referendum in Irland sowie Äußerungen des amerikanischen Finanzministers Henry Paulson beitrugen. Paulson bekräftigte das Interesse der Vereinigten Staaten an einem starken Dollar.

Die Notierungen an den Terminmärkten zeigen, dass die Investoren bis zum Ende des 2. Quartals 2009 eine Erhöhung der amerikanischen Leitzinsen um 100 Basispunkte erwarten. Nach Ansicht der Großbank Société Générale ist das eine Erwartung, die von einer zu optimistischen Annahme über die Erholung der Konjunktur in den Vereinigten Staaten ausgeht. Die Analysten glauben daher auch nicht an eine kräftige Hausse des Dollar in diesem Jahr. „Das ist erst ein Thema für das Jahr 2009“, schreiben sie in einem Marktkommentar. Weiteren Aufschluss über die Lage der amerikanischen Wirtschaft könnten Zahlen zur Industrieproduktion (Dienstag) sowie der Konjunkturindex der Notenbank in Philadelphia (Donnerstag) liefern.

Preissteigerungen mindern das Wirtschaftswachstum

Die Aktienmärkte befinden sich derweil im Bann des Ölpreises. Der Dax verlor in der vergangenen Woche 0,6 Prozent; auf Sicht von zwei Wochen errechnet sich ein Minus von 4,7 Prozent. Der Ölpreis, der sich in der vergangenen Woche über 130 Dollar je Barrel (159 Liter) hielt, war auch ein Thema auf dem Treffen der G-8-Finanzminister in Tokio. Die Finanzminister warnten angesichts hoher Öl- und Nahrungsmittelpreise vor einem Kostenschub für die Weltwirtschaft, die das Wirtschaftswachstum unterminieren könne.

Aktionen der Politik sind allerdings nicht zu erwarten: Paulson bekräftigte, dass der hohe Ölpreis das Ergebnis einer langfristig zunehmenden Nachfrage sei, der eine unzureichende Ausweitung des Angebots gegenüberstehe. Die Analysten von Morgan Stanley sagen kurzfristig einen Anstieg des Ölpreises auf 150 Dollar voraus.

Im Gegensatz zu der Verunsicherung vieler großer Investoren steht eine Befragung der Großbank J. P. Morgan. Sie hat deutsche Anleger nach ihrer Einschätzung des heimischen Aktienmarktes befragt. Die Mai-Daten zeigen ein sehr viel optimistischeres Bild als in den Vormonaten. 42,8 Prozent der Befragten erwarten für die kommenden sechs Monate Kursgewinne, während sich nur 19,2 Prozent negativ äußerten. 38 Prozent waren unentschlossen.

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