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Michael Jaffé : Insolvenzverwalter rechnet mit Zerschlagung von Wirecard

  • Aktualisiert am

Wirecard-Stand bei einer Messe im Jahr 2018 Bild: Reuters

Der Krisenkonzern aus Aschheim hat in seiner aktuellen Form offenbar kaum noch eine Zukunft. Wirecard-Insolvenzverwalter Michael Jaffé rechnet mit einem Verkauf in Einzelteilen.

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          Wirecard-Insolvenzverwalter Michael Jaffé rechnet mit einem Verkauf des Zahlungsabwicklers in Einzelteilen. „Es haben sich bereits eine Vielzahl von Investoren aus aller Welt gemeldet, die Interesse am Erwerb des Kerngeschäfts beziehungsweise der davon unabhängigen und eigenständig erfolgreich am Markt agierenden Geschäftsbereiche haben“, teilte Jaffé am Dienstagabend nach einer Sitzung des Gläubigerausschusses mit. Dazu gehören Insidern zufolge Finanzinvestoren, aber auch Rivalen wie die französische Worldline. Die Gläubiger hätten dabei auch grünes Licht für die Mandatierung von spezialisierten Investmentbanken gegeben, die sich um den Verkauf der einzelnen Firmenteile kümmern sollen, erklärte der Insolvenzverwalter.

          Die Amerika-Tochter Wirecard North America hatte sich bereits am Dienstag zum Verkauf gestellt. Wirecard hatte die ehemalige Citi Prepaid Card Services 2016 übernommen. Bisher sind außer der Muttergesellschaft aus Aschheim bei München kaum Tochterfirmen in die Insolvenz gegangen. Die Verkaufserlöse kämen damit den Gläubigern der Wirecard AG zugute. Auch die deutsche Wirecard Bank ist bisher nicht insolvent, die Finanzaufsicht BaFin hat dort einen Sonderbeauftragten bestellt, damit kein Geld an die Wirecard AG abfließt. „Auszahlungen an Händler und Kunden der Wirecard Bank werden ohne Einschränkungen ausgeführt“, betonte Jaffé.

          „Vordringlichstes Ziel im vorläufigen Insolvenzverfahren ist es, den Geschäftsbetrieb der Konzerngesellschaften zu stabilisieren“, erklärte der Insolvenzverwalter. Das gelte für die Abwicklung von Kreditkartenzahlungen – etwa für Visa und Mastercard – und für alle übrigen, davon unabhängigen Geschäftsbereiche. „Dazu werden intensive Gespräche mit Kunden, Handelspartnern und den Kreditkartenorganisationen geführt.“ Weitere Insolvenzanträge seien aber nicht auszuschließen.

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