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Euroraum : Zweistellige Inflation

Die EZB will die Zinsen weiter anheben, um die Inflation zu bekämpfen. Bild: dpa

Erstmals, seit es den Euro gibt, wird die Inflationsrate zweistellig. Wo endet das?

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          Viel ist darüber spekuliert worden, ob das Abrutschen der Wirtschaft in eine Rezession womöglich die hohe Inflation von allein beseitigt. Zumindest für den Monat Oktober zeichnet sich nun ab, dass die Inflationsrate für den Euroraum weiter gestiegen und sogar erstmals zweistellig geworden ist. Nach einer ersten Schätzung hatte es zwar auch im September schon danach ausgesehen; das war später von Eurostat jedoch korrigiert worden.

          Zwar haben die Rezessionssorgen an den Finanzmärkten dafür gesorgt, dass manche Rohstoffe wieder etwas billiger wurden. Auch politische Eingriffe in manchen Euroländern haben die Teuerung etwas gedämpft.

          Die Folge ist, dass die Inflationsraten in einigen Staaten der Währungsunion leicht zurückgegangen sind, etwa in den baltischen Staaten, von sehr hohem Niveau aus, aber auch beispielsweise in Spanien. Insgesamt aber ist noch so viel Preisdruck im System, dass die durchschnittliche Rate für den Euroraum weiter zulegt, auch die für Deutschland.

          Ob eine Rezession daran etwas ändern würde, dürfte unter anderem davon abhängen, wie lang und tief diese ausfällt. Und natürlich davon, wie es mit den Energiepreisen weitergeht, etwa mit dem Gaspreis. Der Großhandelspreis ist seit August gefallen – das muss im Winter aber nicht so bleiben. Die Gaspreise für Verbraucher reagieren ohnehin immer mit Zeitverzögerung; viele Gasanbieter haben gerade erst Preiserhöhungen angekündigt.

          Die Erfahrungen aus der Vergangenheit jedenfalls lehren, dass es durchaus Phasen gibt, in denen die Wirtschaft darbt – und die Inflationsraten trotzdem unerfreulich hoch sein können.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

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