https://www.faz.net/aktuell/finanzen/inflation-und-zinsen-hat-die-ezb-aus-ihrer-fehleinschaetzung-gelernt-18506056.html

Geldpolitik : Die EZB, die Zinsen und die verflixte Inflation

Einmal anders betrachtet: die Europäische Zentralbank. Bild: Marie-Luise Kolb

Die Notenbank hat die Zinsen spät, aber entschlossen angehoben. Nun darf sie keine Angst bekommen vor der eigenen Courage.

          5 Min.

          Zurückhaltung gilt in der Welt der Zentralbanken als eine Tugend. Was ja nur logisch ist: Die Zeiten sind aufregend genug. Da bringt es nichts, wenn ausgerechnet Notenbanker ständig Alarm schlagen. Als Russland im Februar den Krieg gegen die Ukraine begann, schien für die meisten Mitglieder des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) darum klar zu sein: Auch in dieser außergewöhnlichen Situation war Zurückhaltung das Gebot der Stunde.

          Dennis Kremer
          Redakteur im Ressort „Wert“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Natürlich verurteilten sie den Krieg, aber zu schnellen geldpolitischen Entscheidungen sahen die wenigsten Anlass. Die Notenbank korrigierte zwar ihre Prognosen, da der drastische Anstieg der Energiepreise auch die Inflation im Euroraum nach oben schnellen ließ. Selbst im schlimmsten von ihr unterstellten Szenario ging die EZB jedoch davon aus, dass die Inflation 2022 bei höchstens sieben Prozent liegen und 2023 wieder in die Nähe von zwei Prozent fallen werde. Das ist der Wert, den die Notenbank seit jeher anstrebt. Kein Grund zur Eile also.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Die Kleinstadt Siracusa auf Sizilien

          Auswandern als Lösung? : Ciao, bella Italia, ciao!

          Nur sieben Prozent Steuern auf alles? Italien macht Ihnen ein verführerisches Angebot – Sie sollten es dennoch ablehnen. Wer auswandern möchte, sollte diese sechs Hürden im Blick haben.