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Inflation und Konjunktur : Fed flexibler als EZB

Jerome Powell, Chef der amerikanischen Notenbank Federal Reserve Bild: dpa

Amerikas Notenbank hat damit begonnen, über den Einstieg in den Ausstieg aus ihren Anleihekäufen zu diskutieren. Die EZB dagegen ist davon noch weit entfernt.

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          Ob es derzeit sinnvoll ist, die geldpolitische Unterstützung der Wirtschaft und der Finanzmärkte zu verringern, das lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen. Zu groß sind die Unsicherheiten für die Konjunktur, die durch die Delta-Variante des Coronavirus ausgelöst werden.

          Daher ist es verständlich, wenn die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) sich noch mit konkreten Maßnahmen zurückhält und damit flexibel bleibt. Anders die Europäische Zentralbank (EZB), die sich vor einer Woche zu extrem niedrigen Zinsen und einer damit weiterhin expansiven Geldpolitik mit Anleihekäufen fast schon verpflichtet hat. Das lässt nicht den Spielraum zu, den sich Fed-Präsident Jerome Powell angesichts einer möglicherweise nicht nur vorübergehend hohen Inflation bewahrt hat.

          Die Fed will nun regelmäßig prüfen, ob ihre geldpolitische Unterstützung hinsichtlich der Entwicklung der Wirtschaft und der Beschäftigungslage gerechtfertigt ist. Sie signalisiert den Märkten, die Inflationsgefahren nicht unterschätzen zu wollen. Gleichzeitig hält sie sich mit überstürztem Handeln zurück.

          Ob sie die zinspolitischen Zügel straffen kann, wird auch davon abhängen, wie stabil die Lage an den amerikanischen Aktienmärkten ist. Auch Rückwirkungen auf die stark vom Dollar abhängigen Schwellenländer muss sie berücksichtigen. Doch die Fed hat die Diskussion über den Einstieg in den Ausstieg schon begonnen. Die EZB ist noch weit davon entfernt.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

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