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Obst und Fleisch teurer : Geringere Mehrwertsteuer und Energiepreise sorgen für negative Inflation

Ein voller Einkaufskorb: Im Schnitt sind die Preise im Juli gesunken. Bild: dpa

Die Verbraucherpreise sind im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,1 Prozent zurückgegangen – im Schnitt sanken die Preise. Einiges wurde aber auch teurer.

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          Anders als in den Vereinigten Staaten ist in Deutschland die Inflation weiter rückläufig und sogar negativ. Das Statistische Bundesamt bestätigte am Donnerstag seine frühere Schätzung, derzufolge die Verbraucherpreise im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,1 Prozent zurückgegangen sind. In den Vereinigten Staaten war am Mittwoch ein Anstieg der Inflation von 0,6 Prozent im Juni auf 1 Prozent im Juli gemeldet worden.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ein wichtiger Grund für den Rückgang der Inflation in Deutschland war die Senkung der Mehrwertsteuer. Wie das Statistische Bundesamt ausführte, hätte eine vollständige Weitergabe der Steuersenkung die Inflation um 1,6 Prozentpunkte verringert. Ökonomen meinen, empirisch eine Auswirkung von rund 1 Prozentpunkt zu beobachten. Die Preise für Waren insgesamt verbilligten sich um 1,4 Prozent. Günstiger wurden vor allem Heizöl (minus 31,3 Prozent) und Kraftstoffe (minus 12,9 Prozent).

          Zudem verteuerte sich Strom nur noch um 2,1 Prozent, im Juni waren es 4,1 Prozent gewesen. Auch der Preisauftrieb für Nahrungsmittel schwächte sich ab, von 4,4 auf 1,2 Prozent; gleichwohl deutlich teurer wurden Obst (plus 7,8 Prozent) und Fleisch (plus 5,5 Prozent). Auch Tabakwaren, die von der Steuersenkung ausgenommen waren, wurden teurer (plus 6,6 Prozent). Fahrkarten im Fernverkehr dagegen wurden erheblich günstiger (minus 16 Prozent). Die Nettokaltmieten stiegen im Schnitt um 1,4 Prozent. Bekleidung und Schuhe verbilligten sich um 1,7 Prozent.

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