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Zinserhöhung wahrscheinlich : Inflation in Amerika steigt kräftig

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Zwei Männer beim Einkaufen in einem Walmart in Amerika. Bild: AFP

In Amerika sind die Verbraucherpreise so stark gestiegen, wie seit sechs Jahren nicht – das ruft die amerikanische Notenbank auf den Plan. Wird sie die Zinsen erhöhen?

          Die Inflation in Amerika zieht kräftig an und macht eine rasche Zinserhöhung sehr wahrscheinlich. Die Verbraucherpreise legten im Mai um 2,8 Prozent zum Vorjahresmonat zu, wie das Arbeitsministerium am Dienstag mitteilte. Dies ist der stärkste Anstieg seit Februar 2012. Experten hatten mit einem etwas niedrigeren Zuwachs gerechnet, nach einer Inflationsrate von 2,5 Prozent im April.

          „Ein Zinsschritt der amerikanischen Notenbank am morgigen Mittwoch ist gesetzt. Die Teuerungsraten machen einmal mehr deutlich, dass eine geldpolitische Straffung notwendig ist“, sagte Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein.

          Die Fed, die Vollbeschäftigung und stabile Preise fördern soll, hatte den Schlüsselsatz zuletzt im März auf die Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent gehievt. Sie dürfte jetzt eine weitere Anhebung um einen Viertelpunkt folgen lassen. Die Währungshüter achten bei der Inflation primär auf Preisveränderungen bei persönlichen Verbraucherausgaben (PCE) ohne die schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelkosten. Hier lag die Steigerungsrate zuletzt mit 1,8 Prozent allerdings leicht unter dem Ziel der Fed von 2,0 Prozent.

          Mit höheren Zinsen dürften die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell versuchen, eine Überhitzung der Wirtschaft zu verhindern, die durch die radikale Steuerreform von Präsident Donald Trump befördert werden könnte. Die Arbeitslosenquote war zuletzt auf das niedrigste Niveau seit 18 Jahren gesunken. Angesichts des anhaltenden Aufschwungs spekulieren manche Investoren, dass die Notenbank die Zinszügel im zweiten Halbjahr noch zwei Mal anziehen könnte.

          Angesichts einer auf drei Prozent zusteuernden Inflationsrate sei ein entsprechendes Signal der Fed am Mittwoch wahrscheinlich, so James Knightley von der Bank ING. Näheren Aufschluss erwarten sich Experten dabei vom Ausblick der Währungshüter, der zeitgleich mit dem Zinsentscheid veröffentlicht wird.

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