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Rekord seit Euroeinführung : Inflation im Euroraum steigt im November auf 4,9 Prozent

Die Preise im Euroraum steigen weiter. Bild: dpa

Die Preise im Euroraum steigen im Schnitt etwas weniger als in Deutschland. Trotzdem ist die Inflationswelle auch in diesen Zahlen unübersehbar. Die EZB-Spitze versucht auf allen Kanälen zu beruhigen.

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          Die Preise steigen auch im Euroraum insgesamt immer weiter. Wie das europäische Statistikamt Eurostat am Dienstag nach einer ersten Schätzung mitteilte, lag die Inflationsrate im November bei 4,9 Prozent. Das ist der höchste Wert seit der Euroeinführung. Im Oktober hatte die Rate noch 4,1 Prozent betragen, nach 3,4 Prozent im September.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Damit liegt die Rate für den Euroraum insgesamt niedriger als in Deutschland, wo sie mittlerweile nach der nationalen Berechnungsmethode 5,2 Prozent erreicht hat. Nach der europäischen Rechenweise des Harmonisierten Verbraucherpreis-Index (HVPI) liegt die deutsche Rate schon bei 6 Prozent. Besonders hoch ist die Inflation mittlerweile in den baltischen Staaten, wo sie zum Teil mehr als 9 Prozent beträgt. In vielen der größeren Eurostaaten hingegen ist sie niedriger als in Deutschland. In Frankreich stieg sie auf 3,4 Prozent, den höchsten Stand seit 2008. Spanien vermeldete für November einen Anstieg auf 5,6 Prozent. Das ist wie in Deutschland der höchste Stand seit fast 30 Jahren.

          Energiepreise treiben weiterhin die Inflation

          Inflationstreiber sind weiterhin die Energiepreise. Aber auch diverse andere Waren und Dienstleistungen werden immer teurer. Zum Teil spielen dabei im Zusammenhang mit der Pandemie Faktoren eine Rolle, die im kommenden Jahr auslaufen dürften. So macht sich die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung in Deutschland aus dem Jahr 2020 anteilig auch in der europäischen Inflationsrate bemerkbar. Sie ist auch ein Grund, warum unter den Euroländern Deutschland im Moment in puncto Inflation zum oberen Mittelfeld gehört. Dieser Faktor müsste zum Jahreswechsel aus der Inflationsrate mechanisch verschwinden. Für die deutsche Inflation soll er etwa 1,2 Prozentpunkte ausmachen, die dann herausfallen müssten.

          EZB beruhigt auf allen Kanälen

          Die Europäische Zentralbank (EZB) ist unterdessen auf allen Kanälen bemüht zu beruhigen. EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel trat am Montag gleich in mehreren Fernsehsendungen mit der Botschaft auf, die höheren Inflationsraten seien nicht von Dauer. Ähnlich hatte sich EZB-Präsidentin Christine Lagarde in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung geäußert.

          Am 16. Dezember will sich die Notenbank mit einer Aktualisierung ihrer Inflationsprognosen und der Zukunft ihrer Anleihekäufe befassen. „Wir werden unser Pandemie-Notkaufprogramm an die Inflationsdynamik, an unsere Wirtschaftsprognosen und an die veränderte Gesundheitssituation anpassen“, sagte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos am Dienstag. „Aber wir werden die Käufe nicht auslaufen lassen, wie es die amerikanische Notenbank getan hat.“ EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte angekündigt, dass die Nettokäufe im März enden werden. „Sie könnten aber bei Bedarf wieder aufgenommen werden“, hob de Guindos hervor.

          Bleibt Inflation nächstes Jahr trotz allem hoch?

          Die November-Inflationsrate könnte nach Einschätzung mancher Ökonomen den Höhepunkt der aktuellen Inflationswelle darstellen. Wie die Rate im Dezember ausfällt, ist noch etwas ungewiss, sie könnte aber etwas niedriger sein als im November, so wird geschätzt. Mit dem Jahreswechsel müsste die Rate wie gesagt eigentlich etwas weiter fallen. Umstritten ist unter Ökonomen aber, wie stark sie im nächsten Jahr zurückgehen wird, und ob man sich jetzt nicht doch tendenziell wieder auf etwas höhere Raten einstellen muss. Die Bundesbank sagt für Deutschland für nächste Jahr für längere Zeit weiterhin Raten von deutlich mehr als 3 Prozent vorher. Druck auf die Inflation dürften die hohen Rohstoff- und Vorproduktpreise ausüben. Die Löhne hingegen steigen bislang eher mäßig.  

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