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Börsenwoche : Inflation bereitet Investoren weiterhin Kopfzerbrechen

Die Inflation kommt im Warenkorb an. Bild: dpa

Die Verbraucherpreise steigen im Moment. Was heißt das für die Zukunft - und wie wirkt sich das auf die Aktienkurse aus?

          1 Min.

          Die Märkte haben schon fast hinter sich, woran sich die Welt noch gewöhnen muss. Corona ist mittlerweile eine Randnotiz geworden oder, wie Analysten sagen würden: eingepreist. Auf Infektionszahlen schaut dort schon keiner mehr richtig. Doch andere Zahlen rücken immer mehr in den Mittelpunkt, um nicht zu sagen, sie wären das einzige Thema. Nun dreht sich alles um die Inflation.

          Franz Nestler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          So stieg die Inflation in Deutschland im August auf 3,9 Prozent. Die Verbraucher merken das im Geldbeutel, dass sich manche Produkte stärker verteuern, als sie es eigentlich gewohnt sind. Doch wovor haben die Börsianer dann Angst? Denn noch gehen die Zentralbanken und die überwiegende Mehrzahl der Ökonomen davon aus, dass die derzeitigen Steigerungen nur vorübergehend sind und einen Nachholeffekt vom vergangenen Corona-Jahr darstellen. Doch was, wenn nicht? Stellt sich die Inflation dagegen als dauerhaft heraus, müssen die Notenbanken intervenieren und die Geldpolitik straffen. Auch die Zinsen könnten dann wieder steigen. Das ist so lange kein Problem, wie sie unter dem Wirtschaftswachstum oder der Inflation liegen.

          Die Europäische Zentralbank hat diese Woche einige Hinweise darauf gegeben, wie es nun weitergehen soll – sie stellte am Donnerstag ihre geldpolitischen Entscheidungen vor. Erwartungsgemäß wurde der Leitzins auf 0,0 Prozent belassen. Auch reduziert die EZB das Tempo ihrer Wertpapierkäufe weiter, ließ aber noch offen, wie stark die Drosselung ausfallen wird. Das Pandemie-Notprogramm PEPP soll demnach bis mindestens Ende März 2022 fortgesetzt werden. Die Entscheidung dafür fiel einstimmig, stelle aber noch keinen Grundsatzbeschluss dar, erklärte EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

          So richtig wussten die Anleger mit diesen Informationen diese Woche letzten Endes nichts anzufangen. Der deutsche Aktienindex Dax blieb infolgedessen unentschieden in dieser Woche und fiel rund 0,7 Prozent auf rund 15.670 Punkte.

          Kommende Woche stehen keine weltbewegenden Konjunkturdaten auf der Agenda. Allerdings werden am Dienstag die Verbraucherpreise in den Vereinigten Staaten erwartet, gerechnet wird mit 5,3 Prozent. Zusätzlich kommen die Einzelhandelsumsätze in den Vereinigten Staaten aufs Tableau. Aus diesen Daten versuchen Investoren herauszulesen, wann die Fed ihre geldpolitischen Zügel anziehen wird – ihre Beratungen stehen am 22. September an. Ungemütlich könnte es wegen des sogenannten Hexensabbats am Freitag werden.

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