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Spezielle Indexfonds : ETF-Anleger suchen Schutz gegen Inflation

Wenn Geld plötzlich weniger wert ist: Die Sorge vor schnell steigenden Preisen treibt die Anleger um. Bild: dpa

Die rasch steigenden Inflationsraten in Amerika und Europa treiben die Anleger um. In Indexfonds mit Inflationsschutz fließt so viel Geld wie nie. Auch europäische Aktien sind gefragt. Und Gold.

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          Die große Geldflut in börsennotierte Indexfonds, sogenannte ETF, ebbt merklich ab. Nach Rekordzuflüssen von 136,3 Milliarden Dollar im März dieses Jahres investierten Anleger im April 105,4 Milliarden und im Mai nur noch 95,6 Milliarden Dollar in diese Fonds, die schlicht die Zusammensetzung eines Wertpapierindizes wie den S&P 500 abbilden. Das geht aus den jüngsten Marktdaten hervor, die der weltgrößte ETF-Anbieter Blackrock sowie die französische Fondsgesellschaft Amundi am Mittwoch kommentierten.

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Mit dem jüngsten Anstieg der Inflationsraten in Amerika und Europa hat auch das Interesse an inflationsgeschützten Anleihe-ETF deutlich zugenommen. Nachdem diese Produkte über Jahre ein Nischendasein führten und in manchen Monaten hohe Abflüsse verbuchten, fließen ihnen nach den Daten von Blackrock seit Mitte 2020 Monat für Monat einige Milliarden Dollar zu. Im Mai dieses Jahres war es demnach sogar so viel wie nie zuvor, nämlich 4,4 Milliarden Dollar.

          Bessere Renditen

          Im bisherigen Jahresverlauf haben Anleger insgesamt mehr als 17 Milliarden Dollar in inflationsgeschützte Indexfonds gesteckt. Nach Angaben von Nomura haben sich inflationsgeschützte Anleihen im bisherigen Jahresverlauf besser geschlagen als herkömmliche Rentenpapiere. Mit einer positiven Wertentwicklung von 0,8 Prozent haben sie zum Beispiel Bundesanleihen (minus 3,2 Prozent) und US-Staatsanleihen (minus 3,5 Prozent) abgehängt.

          Auch die Nachfrage nach börsengehandelten Gold-Fonds hat wieder zugenommen, wie Amundi hervorhebt: Hatten Anleger im Februar und März insgesamt rund 3 Milliarden Euro aus diesem Segment abgezogen, so flossen im Mai wieder 900 Millionen Euro zu.

          Großes Interesse zeigten ETF-Anleger auch an europäischen Aktien. So flossen ETF in diesem Segment laut Blackrock 8,7 Milliarden Dollar zu, so viel wie zuletzt im Mai 2017. Gut zwei Drittel flossen in Fonds, die in Amerika aufgesetzt sind – das spricht dafür, dass sich Amerikaner verstärkt für europäische Aktien interessieren.

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