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Im Gespräch: Silber-Experte Thorsten Schulte : „Neue Hochs beim Silberpreis sind nur eine Frage der Zeit“

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Thorsten Schulte, Herausgeber des Silber-Informationsdienstes Silberjunge Bild: Silberjunge.de

Nach einer fulminanten Hausse steckt der Silberpreis in diesem Jahr in einem Seitwärtstrend fest. Im Interview erklärt Thorsten Schulte, Herausgeber des Silber-Informationsdienstes Silberjunge, warum er trotzdem fest an steigende Preise glaubt.

          Seit Mitte Oktober schon kommt der Silberpreis nicht mehr entscheidend vom Fleck. Dennoch hat das Gold des kleinen Mannes weiterhin etliche Anhänger. Zu den größten Fürsprechern zählt Thorsten Schulte, der sich als Herausgeber des Silber-Informationsdienstes Silberjunge in den vergangenen Jahren einen Namen als fundierter Silberexperte gemacht hat. Im Interview erklärt der ehemalige Investmentbanker, warum er so fest an einen steigenden Silberpreis glaubt.

          Herr Schulte, gibt es einen bestimmten Grund, warum Sie sich auf Silber spezialisiert haben und nicht auf Gold?

          Anfang des Jahrtausends war ich als Investmentbanker im Anleihengeschäft tätig. Schon damals machten mich die weltweiten Verschuldungsentwicklungen sehr nachdenklich. Ende der 80er Jahre gab es Anleihen der Staaten, Banken und Unternehmen, die einen jährlichen Zins zahlen, in einer Größenordnung von rund 15.000 Milliarden Dollar. Ende 2009 waren es über 91.000 Milliarden. Waren es damals 78 Prozent der Weltwirtschaftsleistung, so reden wir heute über 157 Prozent (siehe Grafik). Diese Schuldverhältnisse leben nur vom Vertrauen der Menschen und ich suchte damals nach einem Wertspeicher für mein Vermögen, der mir Schutz gegen die Anleihenblase bietet.

          Gold hat für mich nur einen ideellen Wert. Es ist doch mehr eine Glaubensfrage, denn rund 90 Prozent der jährlichen Goldnachfrage entfallen auf Schmuck und Investments. Nur ein Zehntel wird von der Industrie nachgefragt. Bei Silber werden in den vergangenen Jahren rund 60 bis 70 Prozent von Industrie, Photographie und Tafelsilber verbraucht. Silber hat die höchste Leitfähigkeit an Wärme und Energie. Es verfügt zudem über ein hervorragendes Reflexionsvermögen und über eine antibakterielle Wirkung. Wenn ich meinen Kühlschrank öffne, macht mich ein Schriftzug auf die Silberbeschichtung aufmerksam. Silber ist von großer realwirtschaftlicher Bedeutung. Deshalb wurde ich seit 2001 zu einem glühenden Anhänger des Silbers.

          Mit welcher Entwicklung beim Verhältnis von Angebot und Nachfrage rechnen Sie beim Silber in den kommenden Jahren?

          Selbst ein umfassendes Gutachten für die deutsche Bundesregierung kommt zu dem Schluss, dass Zukunftstechnologien im Jahre 2030 bereits 78 Prozent der gesamten Silberförderung aufsaugen werden. 2006 entfielen nur 26 Prozent zum Beispiel auf bleifreie Lote, RFID-Chips etc.! Auch wenn Prognosen über so lange Zeiträume mit großen Unsicherheiten behaftet sind, so stimmt doch die Richtung und darauf kommt es an. Die Unicredit rechnet in einer aktuellen Analyse für die kommenden 10 Jahre damit, dass die Industrienachfrage nach Silber jedes Jahr um 8 Prozent zulegen wird. Nach diesen Zahlen soll sich die Nachfrage der Industrie in den kommenden 9 Jahren nahezu verdoppeln. Auch renommierte Edelmetall-Researchhäuser kommen zu ähnlichen Prognosen.

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