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Im Gespräch: Rudolf Staudigl : „Unsere Siliziumscheiben sind wieder gefragt“

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Rudolf Staudigl, Vorstandschef der Wacker Chemie Bild: picture-alliance/ dpa

Der Chemiekonzern Wacker sieht eine Stabilisierung in der Krise und investiert in Fabriken für die Solarbranche. Einen konkreten Ausblick möchte der Vorstandsvorsitzende dennoch derzeit nicht geben.

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          Rudolf Staudigl ist Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie. Der im bayerischen Freising geborene 55-jährige promovierte Chemiker kam 1983 zu Wacker Siltronic, wurde 1993 Mitglied der Geschäftsführung und 1995 Mitglied der Geschäftsführung der damaligen Wacker-Chemie GmbH. Im Mai vergangenen Jahres übernahm er den Vorstandsvorsitz.

          Herr Staudigl, ist die Wirtschaftskrise für Sie bald vorbei?

          Im vierten Quartal 2008 und im ersten Quartal 2009 haben wir einen Einbruch erlebt, wie es ihn vorher noch nie gab. Jetzt haben sich die Märkte wieder etwas erholt, sind aber noch lange nicht auf dem Stand von 2008. Unser Geschäft mit der Solarindustrie läuft weiterhin sehr gut. In der Chemie liegt unser Umsatz nach wie vor rund 20 Prozent unter dem Vorjahr. Den größten Einbruch hatten wir bei den Siliziumscheiben für die Halbleiterindustrie. Dort fragen die Kunden wieder mehr von unseren Scheiben nach.

          Steigt dann auch Ihr Umsatz mit Siliziumscheiben?

          Wir sehen nicht nur eine steigende Nachfrage, sondern auch nach wie vor Druck auf die Preise, weil die Anlagen noch nicht vollständig ausgelastet sind.

          Der Umsatz sinkt also?

          Nein, natürlich nicht. Ein Anziehen der Nachfrage bedeutet aber nicht automatisch, dass die Umsätze genauso stark wachsen wie die Mengen.

          Sie bauen immer neue Fabriken für das Geschäft mit der Solarindustrie. Sind die gut ausgelastet?

          Wir haben Ende 2007 unsere Fabrik „Poly 7“ in Betrieb genommen, „Poly 8“ steht vor dem Abschluss, und in den nächsten Monaten können wir die Kapazität dort langsam hochfahren. Das Polysilizium-Geschäft wächst, und wir brauchen die Kapazitäten. Große Teile davon haben wir unseren Kunden bereits vertraglich zugesichert.

          Investieren Sie dann noch weiter?

          Wir haben gerade einen Kredit für eine Anlage gesichert, die 2011 in Sachsen in Betrieb gehen soll. Und im Februar haben wir ein großes Grundstück in Tennessee erworben mit dem Ziel, dort eine weitere Anlage aufzubauen. Aber konkrete Planungen gibt es für dieses Projekt noch nicht. Wir beobachten den Markt, und bauen unsere Kapazitäten im Einklang mit der Nachfrage aus.

          Große Teile Ihres Gewinns gehen zurzeit an den Staat.

          Wir zahlen Steuern für unsere profitablen Geschäftsbereiche, obwohl wir anderswo Verlust machen. Das liegt daran, dass die Geschäftsbereiche in unterschiedlichen Tochterfirmen angesiedelt sind.

          Wäre es da nicht besser, wenn der Konzern eine Einheit wäre, statt viele Tochterfirmen zu haben?

          Unsere Konzernstruktur ist einfach und transparent. Unabhängig davon, arbeiten wir selbstverständlich an der Verbesserung unserer Steuerquote.

          Wird es mit dem Halbjahresergebnis wieder eine Gewinnprognose fürs Jahr 2009 geben?

          Wie das Jahr verlaufen wird, ist im Moment noch sehr unsicher. Deshalb ist es im Moment noch sehr schwierig, kurz- bis mittelfristige Prognosen abzugeben.

          Warum sollte ich dann Ihre Aktie kaufen?

          Wir haben ein gut durchstrukturiertes Portfolio und sind sehr transparent. Wir haben moderne Produkte, die auch in Zukunft gefragt sein werden. Und wir gehören in den Märkten, auf denen wir tätig sind, zu den größten Spielern. bern.

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