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Teuer Tanken : Nun doch: Deutschlands Autofahrer reagieren auf die hohen Spritpreise

Die hohen Spritpreise zeigen anscheinend Wirkung. Bild: dpa

Benzin war zuletzt fast 50 Prozent teurer als vor einem Jahr. Das ließ den Absatz an Deutschlands Tankstellen zurückgehen. Wie stark spürt man dort jetzt das bevorstehende Öl-Embargo?

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          Lange schien es so, als ob Deutschlands Autofahrer die hohen Spritpreise mehr oder minder schicksalergeben hinnehmen. Am Montag aber vermeldete das Statistische Bundesamt: Der Umsatz der freien Tankstellen in Deutschland sei von Februar auf März preis- und saisonbereinigt um 11,5 Prozent gefallen. Anders als bei den Konzerntankstellen, die oftmals stark von ihrem Shop leben, macht bei den freien Tankstellen der Benzinabsatz den zentralen Umsatzanteil aus. „Meines Erachtens kann man aus diesen Zahlen darauf schließen, dass die Leute wegen der hohen Preise jetzt doch deutlich weniger tanken“, sagte Susanne Hagenkort-Rieger vom Statistischen Bundesamt der F.A.Z. Dies merke sie im eigenen Alltag: „Was irgendwie geht, wird zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt – unvermeidbare Autobahnfahrten werden benzinsparend bewältigt.“

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Zentralverband des deutschen Tankstellengewerbes schätzt sogar, dass die hohen Preise die Tankstellen rund 20 Prozent des sonst üblichen Absatzes gekostet hätten. „Eindeutig hat sich das Fahrverhalten der Verbraucher geändert – zumindest im privaten Bereich wird weniger und auf der Autobahn auch langsamer gefahren“, sagte Verbands-Geschäftsführer Jürgen Ziegner. Der Ökonom Rüdiger Bachmann triumphierte sogar schon, der „Substitutionspessimismus“ mancher Ökonomen und Politiker hinsichtlich des Energieembargos gegen Russland sei damit auch empirisch widerlegt – die Verbraucher reagierten doch auf die hohen Preise und müssten nicht alles nur hinnehmen.

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