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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert etwas leichter

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Schwache Vorgaben aus Übersee haben die deutschen Aktienindizes am Rosenmontag etwas belastet. Die Sorgen der Anleger sind das Resultat hoher Energie- und Rohstoffpreise, die wiederum auf die Unruhen im arabischen Raum zurückzuführen sind.

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          Schwache Vorgaben aus Übersee haben die deutschen Aktienindizes am Rosenmontag etwas belastet. Der Dax sank in den ersten Minuten um 0,68 Prozent auf 7.130,34 Punkte, nachdem der Leitindex angesichts der Spannungen im Nahen Osten und Nordafrika in der Vorwoche bereits 1,28 Prozent verloren hatte. Der MDax mittelgroßer Werte gab am Morgen um 0,26 Prozent auf 10.122,34 Punkte nach, der Auswahlindex für Technologiewerte TecDax verlor 0,07 Prozent auf 893,33 Punkte.

          Am Freitag, an dem auch ein etwas besser als erwarteter Arbeitsmarktbericht in den Vereinigten Staaten veröffentlicht worden war, hatten die steigenden Ölpreise die wichtigsten amerikanischen Aktienindizes noch einmal unter Druck gesetzt. Der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones Industrial verlor 0,64 Prozent seit dem Handelsschluss auf Xetra zum Ende der Vorwoche. Am Morgen sank in Tokio der Nikkei-225-Index um 1,76 Prozent. Auch hier hätten die schwachen Impulse von der Wall Street für schlechte Laune gesorgt, sagten Händler. Die Börsen in China erholten sich dagegen deutlich. In Frankfurt stehen die Aktien von Salzgitter nach einer enttäuschenden Prognose des Konzerns im Blick./la/fat

          Der Ausblick des Stahlkonzerns Salzgitter auf den Vorsteuergewinn 2011 ist einem Händler zufolge „erschreckend niedrig“ ausgefallen. Die Markterwartungen an den Stahlkonzern lägen bei 272 Millionen Euro, avisiert werde lediglich mindestens eine Verdopplung der 2010 erreichten 48,9 Millionen Euro. Dies belaste die Aktien deutlich, sagte er in einer ersten Einschätzung, auch wenn das Unternehmen bei seinem Ausblick regelmäßig konservativ sei. Die Bilanz des abgelaufenen Jahres indes habe insgesamt die Erwartungen erfüllt. Die Salzgitter-Aktien sackten als einer der schwächsten Werte im MDax um 2,59 Prozent auf 56,37 Euro ab.

          Die Gagfah-Aktien weiteten ihre deutlichen Verluste vom Freitag aus und brachen am MDax-Ende um weitere 6,21 Prozent auf 7,25 Euro ein. Dem Immobilienkonzern droht eine Klage der Stadt Dresden gegen bestimmte Tochtergesellschaften der Gagfah. Dabei geht es Gagfah zufolge um angebliche Verletzungen von Verpflichtungen, die sich aus einem im Jahr 2006 mit der Stadt Dresden eingegangenen Privatisierungsvertrag ergäben. Am Freitag bereits hatten die „Sächsische Zeitung“ und die „Dresdner Morgenpost“ von der angestrebten Klage berichtet. Es gehe um Strafzahlungen von bis zu 925 Millionen Euro. Einem Händler zufolge springt indes ein Analyst von Goldman Sachs der Aktie zur Seite. Er sehe in dem Rückschlag eine Kaufchance und bleibe bei „Conviction Buy“.

          Deutsche Anleihen tendieren kaum verändert

          Die deutschen Staatsanleihen sind am Montag nahezu unverändert in die neue Handelswoche gegangen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg am Morgen geringfügig um 0,03 Prozent auf 123,19 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,279 Prozent. Experten rechnen im Tagesverlauf mit einer festen Tendenz am Rentenmarkt. Mangels entscheidender Konjunkturdaten dürften die Unruhen in Nordafrika und dem Nahen Osten weiter im Fokus stehen, heißt es im Morgenkommentar der HSH Nordbank. Dies dürfte sichere Anlagen wie Staatsanleihen stützen. Den Bund-Future sieht die Landesbank im Tagesverlauf zwischen 122,70 und 123,78 Punkten.

          Euro knapp unter 1,40 Dollar

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