https://www.faz.net/-gv6-a28i3

Ramschanleihen : Rekordtiefe Hochzinsen

Der Aluminiumdosenhersteller Ball zahlt den geringsten Zins, den ein Unternehmen am Markt für Ramschanleihen jemals zahlen musste. Bild: Bloomberg

Die Anleger in den Vereinigten Staaten stürzen sich auf Titel finanzschwacher Unternehmen. Die Ausfallrisiken werden ignoriert.

          1 Min.

          Die Anleihen finanzschwacher Unternehmen stehen in den Vereinigten Staaten weiterhin hoch im Kurs. Die steigenden Kurse drücken die Rendite für die Hochzinsanleihen, die sogenannten High Yield Bonds, auf Rekordtiefs. Der Hersteller von Aluminiumdosen, Ball Corp., hat nun eine zehnjährige Anleihe über 1,3 Milliarden Dollar begeben, deren Zinskupon von 2,875 Prozent der niedrigste ist, den es jemals am amerikanischen Markt für Ramschanleihen mit einer Laufzeit von mindestens fünf Jahren gegeben hat.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das Unternehmen wird von der Ratingagentur Standard&Poor’s (S&P) mit „BB+“ nur eine Stufe unter dem Niveau („BBB-“) bewertet, von dem an ein Emittent zum investitionswürdigen Bereich („Investment Grade“) zählt. Bei Moody’s liegt Ball mit „Ba1“ ebenfalls nur eine Stufe unter Investment Grade („Baa3“).

          Aber auch andere Ramschanleihen profitieren in den Vereinigten Staaten von einem Zufluss an Investorengeld in auf High Yield Bonds spezialisierte Fonds. Viele Unternehmen mit schwacher Bonität versuchen derzeit Anleihen zu begeben, um sich die niedrigen Zinsen zu sichern. Die Renditen am High-Yield-Bond-Markt sind in diesem Jahr im Durchschnitt von zeitweise mehr als 11 Prozent auf 5,36 Prozent gefallen.

          Hohe Ausfallrisiken

          Dazu trägt auch die amerikanische Notenbank Fed bei, die im Zuge der Corona-Krise den Markt unterstützt, indem sie aus dieser Anlageklasse börsennotierte Indexfonds (Exchange Traded Funds; ETF) erwirbt. Der amerikanische High-Yield-Markt hat ein Volumen von 1,5 Billionen Dollar. Davon entfallen 14 Prozent auf Energieunternehmen, insbesondere auf Schieferöl-Fracker.

          Die Energieunternehmen stehen mit dem Ölpreisverfall besonders unter Druck. So musste Ende Juni Chesapeake Energy, ein Pionier im Fracking von Schieferöl und -gas, Gläubigerschutz beantragen. Die Ausfallrisiken am Markt für Hochzinsanleihen sind deutlich höher als in anderen Bereichen des Anleihemarktes.

          Weitere Themen

          Menschenrechte messen

          FAZ Plus Artikel: ESG-Debatte : Menschenrechte messen

          Nachhaltigkeit spielt auch im Finanzwesen eine wichtigere Rolle. Ein Diskussionspapier des Netzwerks für Nachhaltigkeit, Econsense, versucht nun, die Indikatoren für soziale Verantwortung zu quantifizieren.

          Topmeldungen

          Spontane Proteste gegen die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Madrid am Freitagabend.

          Corona in Spanien : Die Angst vor dem Notlazarett

          Die Infektionszahlen in der spanischen Hauptstadt explodieren und die Verwaltung weiß sich nur mit selektiven Ausgangssperren zu helfen. Das öffentliche Leben wird für einen Teil der Bevölkerung drastisch eingeschränkt.
          Der erste Streich: Gnabry nimmt Maß und trifft.

          8:0 gegen Schalke : Die Acht-Tore-Ansage

          Der FC Bayern demonstriert zum Saisonauftakt der Bundesliga seine Überlegenheit und demontiert den FC Schalke nach allen Regeln der Fußball-Kunst. Serge Gnabry trifft beim 8:0 drei Mal.
          Der Abteilungsleiter für Wirtschaftsfragen im amerikanischen Außenministerium, Keith Krach, traf am 18. September in Taiwan mit Ministerpräsident Su Tseng-chang zusammen.

          Militärmanöver : Plant China einen Angriff auf Taiwan?

          Amerikas Beziehungen mit Taiwan werden immer enger. Nun plant Washington neue Waffenverkäufe an Taipeh – und verärgert damit China. Peking verschärft seine Drohgebärden in Richtung der Insel.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.