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Hoch bewertete ESG-Indizes : Nachhaltige Investoren müssen in den Nischen suchen

Aquakulturen können den Fischkonsum nachhaltiger machen und sind aus Sicht der DWS ein gutes Investment. Bild: obs

Alle wollen nachhaltig investieren. Das hat manche Indizes in die Höhe getrieben. Bessere Renditen gibt es nach Ansicht der Fondsgesellschaft DWS in bestimmten Untersegmenten.

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          Die hohe Nachfrage nach nachhaltigen Anlagemöglichkeiten führt hier und dort schon zu Überhitzungserscheinungen. So erlebt der Index S&P Global Clean Energy seit einigen Monaten einen empfindlichen Rücksetzer. Auf den Index laufen mehrere passive Indexfonds (ETF), die im vergangenen Jahr zu den absoluten Top-Performern zählten. Seit Jahresbeginn aber ist der Index von mehr als 2100 Punkten auf derzeit weniger als 1500 Punkte abgerutscht; und die Indexfonds entsprechend mit ihm.

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.

          So warnt die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, DWS, inzwischen davor, dass viele Aktien-Indizes sehr hoch bewertet seien. Unter den Einzelwerten ließen sich aber durchaus noch eine Reihe von Opportunitäten finden, sagte Stefan Kreuzkamp, der Chefanlagestratege der DWS, am Montag anlässlich des Kapitalmarktausblicks der Fondsgesellschaft. Vor allem im Nachhaltigkeitssektor sei auf Index-Level das Wachstumspotential nicht mehr allzu hoch, sagte Paul Buchwitz, Portfolio-Manager ESG.

          Er sucht daher nach interessanten Teilbereichen der Nachhaltigkeit und empfahl in der Telefonkonferenz zum Beispiel die „Blue Economy“, also alles, was mit Ressourcen rund um die Ozeane zu tun habe. Aquakulturen zur Fischzucht etwa würden benötigt, um den wachsenden Fischkonsum in der Welt nachhaltig zu bedienen. Zudem müssten der CO2-Ausstoß von Kreuzfahrt- und Frachtschiffen sowie der Müll in den Weltmeeren verringert werden. All das bietet aus Sicht von Buchwitz noch viele Investitionsmöglichkeiten.

          Rund 6 Billionen Dollar für den Klimaschutz

          Auch Asien werde zunehmend interessant für nachhaltige Investitionen. Buchwitz sprach sich dagegen aus, China aufgrund der Menschenrechtssituation komplett aus ESG-Fonds auszuschließen. Die chinesischen Unternehmen seien nicht für die Politik ihres Landes verantwortlich. Viele der jungen aufstrebenden Unternehmen seien in Nachhaltigkeitsfragen viel besser aufgestellt als alte Großkonzerne. In den asiatischen Schwellenländern haben auf ESG ausgerichtete Investitionen nach Daten der DWS deutlich bessere Renditen erzielt als solche, die den gesamten Markt abgedeckt haben.

          Ein Blick auf die Summen, welche allein die Staaten in den nächsten Jahren in den Klimaschutz investieren wollten, verdeutlich nach Ansicht von Chefstratege Kreuzkamp, wie viel Potential dieses Segment für Anleger biete. So wolle die Europäische Union bis 2050 eine Billion Euro investieren, die Vereinigten Staaten zwei Billionen Dollar und China sogar mehr als drei Billionen Dollar bis zum Jahr 2060.

          2022 wieder moderatere Inflationsraten

          Mit Blick auf die steigende Inflation gibt sich Kreuzkamp recht gelassen. Zwar erwartet die DWS auch in den nächsten Monaten noch ungewöhnlich hohe Inflationsraten. Diese hingen aber stark mit den Nachholkäufen der Konsumenten nach der Pandemie zusammen sowie dem rasant gestiegenen Ölpreis. Schon im nächsten Jahr erwartet Kreuzkamp wieder moderatere Teuerungsraten. Die Zentralbanken dürften die aktuell hohen Inflationsraten noch eine Zeitlang tolerieren, ohne gegenzusteuern. So erwartet der Chefanlagestratege, dass die Zinsen noch bis auf Weiteres niedrig bleiben werden. Schließlich hätten sich viele Staaten zur Bekämpfung der Pandemie und ihrer Folgen hoch verschuldet. Steigende Zinsen seien also nicht in ihrem Interesse.

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