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Online-Kaufhaus : Mit D-Mark im Internet zahlen

Statt Bitcoins nimmt Hertie erst mal wieder D-Mark. Bild: dpa

Das Online-Kaufhaus Hertie.de hat eine ungewöhnliche Idee: Ab sofort können Kunden wieder mit D-Mark zahlen. Einen Haken hat die Sache allerdings.

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          Das Internetkaufhaus Hertie.de nimmt von sofort an wieder D-Mark. Der Online-Shop, hinter dem die Osnabrücker Unternehmer Jan und Nils Klöker stehen, hatte im Jahr 2012 die Rechte am Namen „Hertie“ aus der Insolvenzmasse erworben. Unter dieser Marke wurden diverse frühere Internetgeschäfte wie Telefon.de, Tepgo.de und Serviette.de gebündelt. Dort kann man heute alles Mögliche kaufen, von der Handytasche bis zum Fahrrad.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Bis heute gehen bei Hertie.de Bewerbungen von Verkäufern für Hertie-Filialen ein, die seit Jahren nicht mehr existieren. Unlängst wollte ein Dienstleister mit dem Online-Händler sogar einen Wartungsvertrag für Rolltreppen abschließen. Zudem meldete sich dort jemand, der in den Neunzigern bei Hertie CDs gestohlen hatte und sich jetzt entschuldigen wollte.

          Das Unternehmen teilte mit, langfristig sei geplant, in dem Online-Shop als Bezahlung die Internetwährung Bitcoin zu akzeptieren. Da dies aber wohl noch ein bisschen dauere, nehme man jetzt erst mal wieder D-Mark.

          „Warum soll ein Onliner nicht auch mal was von einem Offliner lernen?“

          Ein Sprecher sagte, seines Wissens sei es das erste Unternehmen aus dem Internet, das die frühere Währung wieder annehme. In der Offline-Welt hatte es ähnliche Marketingprojekte gegeben, unter anderem in Filialen vom Hertie-Nachfolger Karstadt. „Warum soll ein Onliner nicht auch mal was von einem Offliner lernen?“, hieß es dazu bei Hertie.de.

          Allerdings gibt es offenkundig im Internet einige besondere Hürden; so kann man mit Kreditkarte oder Paypal selbst auf ausdrücklichen Wunsch noch nicht wieder in D-Mark zahlen. Die Kunden von Hertie.de müssen deshalb die D-Mark-Scheine per Post dort hinschicken, und zwar am besten per Wertbrief. Als kleinen Ausgleich gewährt das Unternehmen dann einen günstigeren Umtauschkurs als die Bundesbank.

          Während diese zum Kurs von 1,95583 D-Mark je Euro tauscht, sollen Hertie-Kunden lediglich 1,8181 D-Mark je Euro zahlen. Womöglich erscheint das manchem Eurokritiker als etwas gerechterer Kurs - und er fühlt sich zusätzlich zum Kaufen animiert.

          Das Unternehmen verweist auf Zahlen der Bundesbank, derzufolge sich noch 12,76 Milliarden D-Mark im Umlauf befinden. Lediglich 100 Millionen Mark würden jedes Jahr von der Bundesbank in Euro getauscht. Setze sich dieser Trend fort, könnte die Notenbank noch in mehr als 100 Jahren D-Mark in Euro wechseln.

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