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Hexensabbat an der Börse : Dax-Anleger machen nach Rekord Kasse

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Wall Street belastet den Dax: Anzeigetafel an der New Yorker Börse Bild: AFP

Erklimmt der Leitindex noch diese Woche die historische Marke von 15.000 Punkten? An großen Verfallstagen wie diesem schwanken die Kurse stark und Prognosen sind nur schwer möglich.

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          Im Sog schwacher amerikanischer Börsen ist der deutsche Aktienmarkt am sogenannten großen Verfallstag ins Minus gerutscht. Der Dax sank in den ersten Handelsminuten um mehr als 0,5 Prozent auf 14.693 Punkte, nachdem er am Vortag mit 14.804 Punkten ein Rekordhoch erreicht hatte und abends mit einem Schlussrekord von 14.775 Punkten aus dem Handel ging.

          Damit deutet sich für den deutschen Leitindex ein Wochengewinn von rund 1,3 Prozent an. Der M-Dax der mittelgroßen Unternehmen sank am Freitagmorgen um 0,6 Prozent auf 31.781 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 ging es um 0,6 Prozent abwärts.

          Was steckt hinter dem großen Verfallstag?

          An einem großen Verfallstag laufen Terminkontrakte auf Indizes und einzelne Aktien aus. Börsianer verwenden den Begriff, wenn der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also der Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, auf denselben Tag fällt.

          An solchen Tagen sind größere Schwankungen möglich, da große Marktteilnehmer wie Fonds- oder Vermögensverwalter manchmal versuchen, noch rechtzeitig die Kurse in Richtung jener Preise zu treiben, zu denen sie an der Terminbörse engagiert sind.

          DAX ®

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          Auch Asiens wichtigste Aktienmärkte haben am Freitag zumeist nachgegeben. Wieder aufgeflammte Inflationssorgen, steigende Anleiherenditen und die Verluste an der Wall Street belasteten.

          Angesichts der deutlichen Abgaben der technologielastigen Nasdaq standen besonders die stärker von Technologiewerten dominierten Börsen unter Druck. Auf Wochensicht ergeben sich für die asiatischen Aktienmärkte nach dem Auf und Ab in den vergangenen Tagen unterdessen keine stärkeren Veränderungen.

          Zu den Belastungen vom Anleihemarkt traten politische Misstöne, wie Analyst Jeffrey Halley vom Broker Oanda anmerkte. Das Treffen der Außenminister Chinas und der Vereinigten Staaten in Alaska begann mit gegenseitigen Vorwürfen.

          Japans Zentralbank will unterdessen ihre Billiggeld-Politik künftig noch flexibler handhaben. Unter anderem gestaltet die Zentralbank ihre Zinskurvensteuerung und die Käufe am Aktienmarkt etwas flexibler.

          Direkten Einfluss auf den japanischen Aktienmarkt nahm die Entscheidung der Bank of Japan, künftig nur noch börsengehandelte Fonds (ETF) auf den Topix- und nicht mehr auf den Nikkei-Index zu kaufen, wie die Marktstrategen der Deutschen Bank um Jim Reid betonten. Der Nikkei 225 endete schwächer, während der Topix leichte Gewinne verzeichnete.

          Der japanische Leitindex Nikkei 225 schloss 1,41 Prozent schwächer bei 29 792,05 Punkten. Der CSI-300-Index mit den 300 größten Unternehmen, die an Chinas Festlandsbörsen gelistet sind, sank um 2,62 Prozent auf 5007,09 Punkte. Für den Hongkonger Hang-Seng-Index ging es zuletzt um 1,78 Prozent auf 28 880,99 Zähler nach unten.

          Deutsche Bundesanleihen sind angesichts des schwachen Aktienmarktes am Freitag mit Kursgewinnen in den Handel gegangen. Der Terminkontrakt Euro-Bund-Future stieg am Morgen um 0,15 Prozent auf 171,25 Punkte. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten mit minus 0,29 Prozent.

          Renditen von Staatsanleihen sinken

          Der Zinsanstieg an den Anleihemärkten ist damit zunächst ins Stocken geraten. Auch in den Vereinigten Staaten gingen die Renditen für Staatspapiere etwas zurück. Dort war die Rendite für Papiere mit einer Laufzeit von zehn Jahren am Donnerstag mit 1,75 Prozent auf den höchsten Stand seit Anfang 2020 geklettert. Hintergrund sind steigende Wachstums- und Inflationserwartungen in der größten Volkswirtschaft der Welt.

          Vor dem Wochenende stehen nur wenige Konjunkturdaten auf dem Programm, die für Kursbewegung sorgen könnten. Auch äußern sich nur wenige Notenbanker aus den großen Zentralbanken.

          Japanische Staatsanleihen reagierten zunächst kaum auf Entscheidungen der japanischen Notenbank, obwohl die Währungshüter ihre geldpolitische Strategie in einigen Bereichen anpassten. Viele der Änderungen waren allerdings bereits einen Tag zuvor durch einen Zeitungsbericht bekannt geworden. Unter anderem gestaltet die Zentralbank ihre Zinskurvensteuerung und die Käufe am Aktienmarkt etwas flexibler.

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