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Hertie-Stiftung : Bye-bye, Hedge-Fonds!

Bild: F.A.Z.

Auch die deutsche Hertie-Stiftung war alternativen Anlageformen eine Zeitlang zugetan. Doch damit hat sie vorläufig abgeschlossen. Sie bevorzugt jetzt kurzlaufende Zinspapiere.

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          Manchmal ist es als Vermögensverwalter vorteilhaft, sich nicht zu eng an die theoretischen Weisheiten zur Vermögensstreuung zu halten. So hielt die Hertie-Stiftung Ende 2009 zwar 22 Prozent ihres Vermögens in Immobilien. Doch anstatt eine geographische Streuung des Immobilienvermögens anzustreben, befindet es sich ganz überwiegend in Deutschland.

          Aus theoretischer Sicht sei dies sicherlich nicht optimal gewesen, meint Holger Benke, der Geschäftsführer der Hertie-Stiftung. Aber in der Praxis habe sich diese Strategie gut bewährt.

          Rückzug aus alternativen Anlagen

          Mit rund 800 Millionen Euro Stiftungsvermögen zählt die Hertie-Stiftung zu den kapitalstärksten deutschen Stiftungen, und dementsprechend kann sie ihr Vermögen auch auf mehrere Anlageklassen verteilen. Im Unterschied zu vielen großen amerikanischen Stiftungen unterhält Hertie aber kaum noch alternative Anlagen.

          In der Bilanz für 2009 werden sie noch mit einem Anteil von 9 Prozent ausgewiesen, doch dürften sie sich aktuell nach den Worten Benkes nur noch bei rund 5 Prozent bewegen. Ursächlich hierfür ist der komplette Rückzug aus Hedge-Fonds, für den Benke unter anderem Unsicherheiten über deren künftige Anlagemöglichkeiten mit Blick auf mögliche Regulierungen nennt. Endgültig muss der Abschied von den Hedge-Fonds aber nicht sein. Weiter investiert bleibt die Hertie-Stiftung dagegen in Beteiligungskapital (Private Equity).

          Kurzlaufende Zinspapiere bevorzugt

          Den weitaus größten Einzelposten im Portfolio bilden Zinsanlagen an Geld- und Kapitalmärkten. Hier bevorzugt die Stiftung im Moment den Kauf von Papieren mit kürzeren Laufzeiten, was den Druck auf die Renditen zwar vergrößert. Aber mit zehnjährigen Papieren setzt man sich langfristig Kursrisiken aus.

          Die Zinsanlagen sind in Europa breit gestreut und umfassen deutsche Pfandbriefe, gedeckte Anleihen aus anderen Ländern, Industrieanleihen und Staatsanleihen aus Europa - aber weder aus Deutschland, weil hier die Renditen zu niedrig sind, noch aus Griechenland, weil hier die Risiken zu hoch sind.

          Die „Gemeinnützige Hertie-Stiftung zur Förderung von Wissenschaft, Erziehung, Volks- und Berufsbildung“ wurde im Dezember 1974 in Frankfurt gegründet und baut auf dem Lebenswerk des Gründers der Hertie-Warenhäuser, Georg Karg, auf. Die Stiftung finanziert Projekte unter anderem in der klinischen Hirnforschung, in der Integration von Kindern mit Migrationshintergrund und in der Förderung der europäischen Integration durch Stipendien.

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