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Aktienwoche : Herbstliche Böen kühlen das Börsenklima ab

Corona belastet den Aktienmarkt Bild: Wolfgang Eilmes

An den Börsen hat sich die Stimmung zuletzt merklich eingetrübt. Sprunghaft gestiegene Corona-Infektionszahlen sind nur ein Grund dafür.

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          An den Aktienmärkten hat sich die Stimmung zuletzt zeitweise herbstlich so sehr eingetrübt, wie in vielen Gegenden das Wetter. Die auch in Deutschland so plötzlich und sprunghaft gestiegene Zahl der Corona-Neuinfektionen auf ein Rekordhoch hat viele Marktteilnehmer überrascht und die Sorgen über die wirtschaftlichen Folgen der Krise rasch wachsen lassen. Zweifel daran, ob die neuen Maßnahmen ausreichen, um die rasante Ausbreitung der Pandemie zu bremsen, lassen für so manchen einen zweiten „Lockdown“ wahrscheinlicher werden – und damit noch mehr Unternehmensinsolvenzen. Die jüngsten wirtschaftlichen Prognosen haben die bisherige Zuversicht ohnehin gebremst.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Zwar haben sich die Börsen zum Ende der Woche wieder beruhigt: der Dax hat am Freitag zeitweise um gut 1 Prozent auf rund 12.850 Punkte zugelegt. In der Wochenbilanz prangt für viele Aktien und Indizes unter dem Strich dennoch ein Minus. Die Sorgen der Anleger bahnten sich vor allem am Donnerstag ihren Weg, als der Dax bis zu 3,3 Prozent verlor. Zuletzt waren es 2,5 Prozent – das stärkste Minus seit drei Wochen. Die Kursgewinne aus dem Oktober sind zum Teil verpufft. Noch zu Wochenbeginn war der Dax bis auf gut 13.100 Punkte geklettert. Nun hat der Index binnen Wochenfrist 1,5 Prozent und seit Jahresbeginn 3 Prozent verloren.

          Auto- und Luftfahrt-Aktien unter Druck

          Besonders unter Druck gerieten am Donnerstag unter anderem konjunkturabhängige Titel wie die Aktien der Automobilhersteller. Am Freitag sorgten gute Zahlen von Daimler für das Gegenteil und bescherten diesem Papier sogar ein Wochenplus. Für die Aktien der Deutsche Lufthansa oder Fraport blieb die Kursbilanz dagegen deutlich negativ.

          DAX ®

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          Für Unruhe sorgt weiterhin die Unsicherheit über den Ausgang der amerikanische Präsidentschaftswahl, wo Joe Biden zumindest in Umfragen zuletzt an Vorsprung vor Donald Trump gewonnen hat. Das dringend benötigte Konjunkturpaket bleibt dort bislang aus. In Europa bescheren zudem die fortgesetzten Brexit-Streitigkeiten Gegenwind. Frische positive Impulse bot dagegen die jüngste Berichtssaison. Amerikanische Banken haben in dieser Woche mit übereinstimmend guten Gewinnen überrascht. Zudem haben sie Rückstellungen für mögliche Verluste aus Krediten verringert. Dies lässt nach Ansicht von Analysten auf einen optimistischeren Wirtschaftsausblick schließen.

          Schnell bessere Infektionszahlen und positive Impfstoffnachrichten dürften auf vielen Wunschlisten zur Zeit ganz oben stehen, aber vermutlich leider noch auf sich warten lassen. Die Unsicherheit über Wahl in Amerika könnte früher enden. Zumindest steht sie für den 3. November auf der Agenda.

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