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Deutliche Kursverluste : Minus 2 Prozent – Dax fällt unter 13.000 Punkte

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Schlechte Stimmung an der Börse: Der Dax rutscht unter 13.000 Punkte. Bild: Laif

Den Aktienmarkt belasten Inflations- und Konjunktursorgen. Besonders unter Druck stehen die Anteile des Chemieunternehmens BASF.

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          Nach der jüngsten Erholung am deutschen Aktienmarkt muss der Dax am Mittwoch abermals einen Rückschlag verkraften. Im frühen Handel büßte der Leitindex 2,3 Prozent auf 12.991 Punkte ein und setzte damit die Signale für einen bevorstehenden schwachen Börsenstart an der Wall Street um. Der M-Dax der mittelgroßen Werte gab um 2,25 Prozent auf 26 893 Zähler nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 2,04 Prozent. Besondere Beachtung dürfte an diesem Tag die Rede von Fed-Chef Jerome Powell vor dem Bankenausschuss des Senats finden. Sie folgt auf die am Mittwoch ausgesprochene, höchste Leitzinsanhebung in den USA seit 1994.

          Neue Konjunktursorgen fachte der Fed-Notenbanker Thomas Barkin am Dienstagabend an. Der Chef der Richmond Fed hält eine schnelle Rückkehr zu einer stabilen US-Wirtschaft für ausgeschlossen. Die USA befänden sich bereits seit rund zwei Jahren in relativ instabilen Zeiten, sagte Barkin. Es könne angesichts der hohen Inflation und Engpässen am Arbeitsmarkt Monate oder sogar Quartale dauern, bis die Stetigkeit wieder hergestellt sei. Eine anhaltende Volatilität sei zunächst eher wahrscheinlich.

          Bei einer vorherigen Veranstaltung hatte Barkin gesagt, dass er eine Erhöhung der Leitzinsen um 50 bis 75 Basispunkte auf der nächsten Sitzung der US-Notenbank Fed im Juli für recht angemessen halte. Angesichts der höchsten Inflation seit mehr als 40 Jahren hatte die Fed den Leitzins Mitte Juni so kräftig angehoben wie seit 1994 nicht mehr. Sie beschloss eine Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte auf die neue Spanne von 1,50 bis 1,75 Prozent.

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          BASF-Kurs verliert mehr als 4 Prozent

          Unter den Einzelwerten gab es im Dax nur zwei Unternehmen, die sich leicht im Plus hielten: Die als defensiv, und damit weniger konjunkturanfällig geltenden Konsumgüterhersteller Henkel und Beiersdorf. BASF dagegen war Schlusslicht mit minus 4,3 Prozent. Laut Vorstandschef Martin Brudermüller muss sich der Chemiekonzern nach einem guten ersten Halbjahr auf schwierigere Zeiten einstellen, wie er während des Tags der Industrie des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) sagte.

          Die Anteile der Salzgitter AG hielten mit minus 11,4 Prozent die rote Laterne im S-Dax. Eine Branchenstudie der US-Bank JPMorgan belastete. Analyst Luke Nelson stufte die Aktie des Stahlunternehmens von „neutral“ auf „underweight“ ab und senkte das Kursziel von 44,00 auf 31,60 Euro. Dabei verwies er auf deutlich gesunkene Preise und eine rückläufige Ertragskraft. Die Lagerbestände in Europa und China seien recht hoch und die Wirtschaftsaussichten mau. Im Gefolge gaben auch Thyssenkrupp nach und sackten um 6,4 Prozent ab. Die Papiere des Stahlhändlers Klöckner & Co. büßten 5,6 Prozent ein.

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