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Finanzierung für Fintech : Helu sammelt 5 Millionen Euro für Steuerberater-Technik ein

Von analogen Praktiken für Unternehmer will das Start-up Helu wegkommen. Bild: dpa

Sind nach Zahlungsdienstleistern und Versicherungsmaklern die Steuerberater dran? Das Fintech-Start-up Helu glaubt an die Digitalisierung dieser Branche und bietet eine Technik, mit der Berater und Mandanten gemeinsam arbeiten.

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          Nach Zahlungsdienstleistern und Versicherungsmaklern sollen nun auch Steuerberater digitalisiert werden. Mandanten und Berater sollen online auf gemeinsame Daten zurückgreifen können. Mit dieser Geschäftsidee ist das Fintech-Start-up Helu an den Markt gegangen. In einer ersten Finanzierungsrunde hat das Wiener Unternehmen 5 Millionen Euro eingesammelt. Als Investoren haben sich einige bekannte Namen aus der Berliner Tech-Szene eingebracht.

          Philipp Krohn
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Gründer Franz Salzmann, der schon in einigen erfolgreichen Start-ups involviert war, zieht einen direkten Vergleich zur Versicherungswirtschaft. Dort haben sich Insurtechs wie Wefox, Getsafe, Element oder Clark mit neuen Geschäftsmodellen erfolgreich etabliert und sind inzwischen zum Teil international aktiv. „Hier findet ein Generationenwechsel statt, jüngere Steuerberater und Kunden wollen immer digitaler und auf kollaborativer Ebene zusammenarbeiten und dieser Druck nimmt auf beiden Seiten enorm zu“, sagte Salzmann im Gespräch. Daten lassen sich bislang nicht so auslesen, dass sie gut gemeinsam bearbeitet werden können.

          Mit der eigenen Plattform sollen Steuerberater und Mandanten in wenigen Minuten Zugang zur Buchhaltung erhalten. Mit dem gemeinschaftlichen Datenzugang sollen sie kollaborativ und interaktiv gemeinsam arbeiten können, ohne sich dafür physisch treffen zu müssen. Auch die Arbeit mit diesen Daten werde einen einheitlicheren Zugang ermöglichen. „Wir arbeiten an virtuellem Tagging- und Kommentar-Funktionen, die den Beratungsprozess so bequem und intuitiv machen, wie es Unternehmen von anderen Anwendungen wie Projektmanagement-Tools oder Banking gewohnt sind“, sagte Salzmann.

          Die Finanzierungsrunde soll es erlauben, ein kompetentes Team aufzubauen und die Technik zu verbessern. Das Angebot richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen, die regelmäßig Buchhaltungsdaten auswerten müssen. „Unser Ziel ist es, mittelfristig Helu jedem deutschen Steuerberater kostenfrei zugänglich zu machen“, sagte Salzmann. Bislang sei der Berufsstand noch sehr traditionell unterwegs, er werde sich aber der Digitalisierung nicht entziehen können. Die zentrale Stellung, die der Datendienstleister Datev im deutschen Buchhaltungsmarkt einnimmt, soll komplementär begleitet werden.

          Zu den Investoren gehören Wefox-Gründer Fabian Wesemann und Bitpanda-Gründer Eric Demuth. Außerdem sind Vertreter von Atlantic Labs, Noah Conference, Personio und weitere erfahrene Business Angels dabei.

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