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Porträt Helga Rabl-Stadler : Die wagemutige Präsidentin der Salzburger Festspiele

Festspielpräsidentin Rabl-Stadler Bild: Jan Roeder

Kommenden Samstag eröffnet Helga Rabl-Stadler die Salzburger Festspiele. Sie sieht das riskante Ereignis als Vorreiter für die gesamte Kulturbranche in Corona-Zeiten. Für Tests wurden 300.000 Euro budgetiert.

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          Es soll nichts schiefgehen, auf gar keinen Fall. Helga Rabl-Stadler weiß genau, wo sie ihre Gesichtsmaske anfassen darf (nur bei den Schnüren, nicht am Stoff). Sie nimmt das Utensil in ihrem Büro erst ab, wenn der Besucher in sicherem Abstand von mindestens zwei Metern Platz genommen hat, anderthalb genügen ihr nicht. Sie gibt aus ihrem Budget 300.000 Euro für die Corona-Sicherheit aus, das meiste davon für umfangreiche Tests. Und sie achtet penibel darauf, dass sie nicht mit einer möglicherweise falsch sitzenden Maske fotografiert wird – ein Bild, das sofort um die Welt gehen würde.

          Ralph Bollmann
          Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Die Salzburger Festspiele, die kommenden Samstag beginnen, sind in diesem Jahr weniger denn je irgendein beliebiges Sommerfestival. Seit 25 Jahren organisiert Rabl-Stadler als Präsidentin das üppige Programm von Oper, Theater und klassischen Konzerten, gemeinsam mit wechselnden Intendanten. Aber noch nie hat sich die Aufmerksamkeit der Kulturszene in ganz Europa und darüber hinaus so ausschließlich auf die ehemals fürsterzbischöfliche Residenzstadt konzentriert, selbst bei Leuten, die Salzburg bislang nur für einen Aufmarschplatz der Reichen und Schönen hielten.

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