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Hedge-Fonds : Verluste verhageln Hedge-Fonds Quadriga den Neustart

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Eine ausgeprägte Schwächephase verhagelt dem Wiener Hedge-Fonds-Anbieter Quadriga den Wiedereintritt in den deutschen Markt. Das Superfund-ABC-Zertifikat, in dessen Hülle vier der Quadriga-Futures-Fonds angeboten werden, hat im ersten Monat seines Bestehens gleich 19,1 Prozent an Wert verloren. Damit kann sich der Anbieter, dessen Absatzstrategie vor allem auf Privatanleger zielt, derzeit nicht auf sein gewichtigstes Verkaufsargument stützen: ein überdurchschnittlicher Wertzuwachs in steigenden wie auch fallenden Märkten.

          Die Anlagestrategie der Quadriga-Fonds auf den weltweiten Terminmärkten bestimmt nach Angaben des Anbieters ein computergestütztes Trendfolgesystem. Dieses trifft die Kauf- und Verkaufsentscheidungen sowohl in Wertpapier- wie auch in Rohstoffkontrakten. Flaggschiff der Gesellschaft ist der Fonds Quadriga AG mit einem jährlichen Wertzuwachs seit der Auflegung 1996 von 20 Prozent. Dieser Fonds wurde für neue Anleger inzwischen jedoch geschlossen. Die Nachfolgeprodukte Superfund A, Superfund B und Superfund C agieren jedoch glücklos.

          Verlustphasen gehören zur Entwicklung

          Nach der von Quadriga aufgeführten Wertentwicklung seit Oktober 2003 weist keiner der drei Fonds bislang für ein Kalenderjahr einen positiven Ertrag aus. Statt dessen sieht es für die ersten vier Monate dieses Jahres besonders bitter aus. Der Superfund A verlor in diesem Zeitraum 17 Prozent, der Superfund B 24 Prozent und der besonders aggressiv geführte Superfund C sogar 32 Prozent. Das liegt in jedem Fall mehr oder weniger deutlich über dem Marktdurchschnitt. Gemessen am Hedge-Fonds-Index für Futures-Fonds, der von der Analysegesellschaft Standard & Poor's (S&P) ermittelt wird, liegt dieser für die ersten vier Monate dieses Jahres bei einem Minus von 12,3 Prozent.

          Es sind jedoch vor allem diese drei Produkte, auf die sich die im Frühjahr gestartete Vertriebsoffensive für das neue Zertifikat von Quadriga in Deutschland stützt, nachdem im vergangenen Juli die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) den Vertrieb von Quadriga-Produkten in der Hülle eines Genußscheins untersagt hatte. Unternehmensgründer Christian Baha sah sich deshalb kürzlich zu einem klärenden Wort in einem „Newsletter“ an die Anleger veranlaßt. Verlustphasen gehörten unweigerlich zur Systematik von Futures-Fonds, heißt es darin. Dazu die Überschrift: „439 Prozent Plus in neun Jahren - nur das Ergebnis zählt“.

          Gebührenstruktur wird bemängelt

          Dirk Söhnholz von der unabhängigen Bad Homburger Analysegesellschaft Feri Trust sieht in den Abschlägen der Quadriga-Fonds mit ihren Trendfolgesystemen nichts Ungewöhnliches. Derzeit seien auf den Finanzmärkten keine klaren Trends zu verzeichnen, und wenn Trends aufkämen, erfolgte eine rasche Umkehr. „Es wäre verdächtig, wenn in einem so extrem schlechten Umfeld eine positive Rendite auflaufen würde“, sagt der Spezialist für alternative Geldanlagen. Insofern seien die Verluste eigentlich sogar eine gute Nachricht.

          Das Geschäft von Quadriga wird seit dem ersten Marktauftritt in Deutschland von Mißtrauen in Teilen der Finanzgemeinde begleitet. Als ungewöhnlich gelten sowohl der lautstarke Auftritt mit der klaren Fokussierung auf Privatkunden wie auch Details in der Transaktionsabwicklung, etwa das Fehlen eines branchenüblichen Prime Brokers, auf den sich normalerweise Hedge-Fonds bei der Koordination ihrer Geschäfte stützen.

          Der verantwortliche Direktor für das Private Banking bei der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim, Ulrich Hax, bemängelte kürzlich in einem Gespräch mit der Fachzeitschrift „Portfolio International“ zudem die Gebührenstruktur. Er sprach dabei von 6 Prozent Fixkosten und bis zu 35 Prozent der Gewinne. Hinzu komme noch die Gebühr für das Zertifikat - welches von seiner Bank emittiert wird - von 1,2 Prozent. „Der Hedge-Fonds ist teuer, für uns zu teuer, weshalb wir nicht in ihn investieren“, wird Hax zitiert. Inzwischen soll jedoch das verwaltete Vermögen in Quadriga-Fonds die Milliardengrenze überschritten haben.

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