https://www.faz.net/-gv6-ad125

Hauspreise und Inflation : Dichter ans Leben

Die Hauspreise steigen trotz Corona weiter. Die EZB registriert das durchaus. Bild: Laila Sieber

Bei der Messung der Inflation sollen künftig die Immobilienpreise mit berücksichtigt werden. Das hat durchaus Tücken – ist aber richtig.

          1 Min.

          Es ist ein vernünftiger Plan, die Preise für selbst genutztes Wohneigentum endlich in die Berechnung der Inflationsrate aufzunehmen.

          Zwar haben Statistiker allerhand Einwände. Der gewichtigste: In der Inflationsrate wird gemeinhin die Entwicklung der Verbraucherpreise abgebildet, also der Lebenshaltungskosten. Wenn jemand aber ein eigenes Haus hat, in dem er wohnt, und dieses wird teurer, ist gar nicht so leicht zu trennen: Was davon ist einfach eine – für ihn erfreuliche – Steigerung seines Vermögens? Und wie stark steigen mit dem Immobilienpreis gleichsam kalkulatorisch auch seine laufenden Lebenshaltungskosten?

          Ein wenig muss man sich bei der Berechnung behelfen, doch zeigen Länder wie die Vereinigten Staaten, die das längst machen: Es geht.

          Ein wichtiger Grund, diesen Weg zu gehen, ist das Ziel, die Messung der Inflation dichter an das Leben der Menschen zu rücken. Es gibt viele, die den Eindruck haben, die Inflation sei viel höher als offiziell ausgewiesen. Jede Möglichkeit, diesen Eindruck zu zerstreuen, sollte man nutzen. Selbst wenn der Effekt des geplanten Schrittes am Ende kleiner ausfallen sollte, als viele Befürworter sich vorstellen.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Laschet tut derzeit, was er angekündigt hat: nicht polarisieren, nicht übertreiben, nicht entzweien.

          Die drei Kanzlerkandidaten : Laschet in der Defensive

          Wahlkämpfe in der Bundesrepublik sind keine Charisma-Märkte. Es gewinnen Koalitionen. Trotzdem muss Laschet für sich werben. Und raus aus dem „Schlafwagen“.
          Ein völlig zerstörtes Haus am Ortseingang von Altenahr am 27. Juli 2021

          Offener Brief : Altenahr beschwert sich bitter bei Merkel

          In einem Brief an Kanzlerin Merkel und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer fordern Betroffene eine Perspektive für das Ahrtal. Die bisherigen Hilfen würden nicht ansatzweise ausreichen.
          Trotzen der Pandemie: die Aktienkurse der Tabakkonzerne entwickeln sich gut

          Sündige Aktien : Geld anlegen, mal ganz ohne Moral

          Investieren in harten Alkohol, Zigaretten oder schmutziges Öl? Mit politisch unkorrekten Aktien lässt sich gerade erstaunlich viel Geld verdienen. Eine kleine Anleitung zum Einstieg bei „Sünderaktien“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.