https://www.faz.net/aktuell/finanzen/hannover-rueck-haelt-naturkatastrophen-stand-17534534.html

Rückversicherer : Naturkatastrophen sprengen bei Hannover Rück nicht das Budget

  • Aktualisiert am

Flutschäden in Altenburg (Rheinland-Pfalz): Naturkatastrophen treffen Rückversicherer. Bild: dpa

Trotz der Schäden durch Flut und Wirbelstürme hält der Vorstand an seinem Gewinnziel fest. Gleichzeitig kündigt er aber höhere Preise an.

          1 Min.

          Die Serie von Naturkatastrophen in den vergangenen Wochen bringt die Hannover Rück nicht aus dem Tritt. Trotz der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands, des Hurrikans „Ida“ in den USA und der Unruhen in Südafrika werde der weltweit drittgrößte Rückversicherer zum Ende des dritten Quartals im Rahmen seines Großschaden-Budgets für das laufende Jahr liegen, sagte Vorstandsmitglied Sven Althoff in einer Telefonkonferenz am Montag. Das Budget liegt für 2021 nach früheren Angaben bei 1,1 Milliarden Euro, bis Ende Juni waren davon 326 Millionen Euro aufgebraucht. Damit könne Hannover Rück in diesem Jahr auch sein Ziel eines Gewinns von 1,15 bis 1,25 Milliarden Euro erreichen, sagte Althoff.

          Hannover Rück erwartet aber angesichts der zahlreichen verlustträchtigen Naturkatastrophen in den derzeit beginnenden Gesprächen über die Erneuerung der Verträge zum Jahreswechsel steigende Preise und verbesserte Konditionen. Es sei aber noch zu früh, die Steigerungsraten zu beziffern, sagte Vorstandsmitglied Michael Pickel. Nur mit weiteren Preiserhöhungen in der Schaden-Rückversicherung könnten Rückversicherer zuverlässigen Risikoschutz in einem zunehmend herausfordernden Umfeld bieten, sagte Vorstandschef Jean-Jacques Henchoz laut Mitteilung am Montag in Hannover. Bei der bevorstehenden Vertragserneuerung mit Erstversicherern wie Allianz und Axa erwartet er vor allem in den von Schäden betroffenen Regionen einen Anstieg des Preisniveaus.

          Die Zerstörungen durch die Hochwasserkatastrophe in Deutschland und Nachbarländern dürfte die Versicherungsbranche nach Schätzung der Hannover Rück mindestens 7,5 Milliarden Euro kosten. Der Vorstand erwartet hierzulande daher eine deutliche Anpassung der Konditionen. Auch in der Cyber-Versicherung gegen die zunehmenden Attacken auf Computersysteme rechnet die Hannover Rück mit weiteren Preiserhöhungen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ein städtischer Wideraufbautrupp in Mykolaiv 60 Kilometer südöstlich von Cherson Ende August

          „Referenden“ in der Ukraine : „Ich gehe da nicht hin“

          Putin will Russlands Eroberungen im Osten und Süden der Ukraine annektieren. Dafür soll es jetzt fingierte Volksabstimmungen geben, aber eine Frau in Cherson sagt Nein. Ein Protokoll.
          Schon im Frühjahr mussten viele ­Flüchtlinge in  Turnhallen ausharren.

          Steigende Zahlen : Die neue Flüchtlingskrise

          Immer mehr schutzsuchende Menschen kommen nach Deutschland. Mancherorts werden die Schlafplätze knapp – und gleichzeitig kratzen Inflation und Gasknappheit an der so oft beschworenen Solidarität.
          Pragmatisch Giorgia Meloni gibt sich im Wahlkampf moderat. und kühl kalkulierend:

          Vor der Wahl in Italien : Meloni könnte Italiens neues Experiment werden

          Die rechtsnationale Politikerin Giorgia Meloni könnte die Wahlen gewinnen. Womit rechnen die Unternehmen? Was befürchten die europäischen Partner? Bislang hat sich ihre Partei im Regierungshandeln pragmatisch gegeben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.