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Gebrauchtmarkt für Handys : 300 Euro für ein altes Smartphone

Ein iPhone wirft auch nach ein paar Jahren noch Geld ab. Bild: dpa

Wer sich ein neues Handy kauft, kann sein altes Modell zu Geld machen. Wir zeigen, wo am meisten zu holen ist.

          Nach und nach kommen in den nächsten Wochen viele schicke Smartphone-Modelle auf den Markt. Die neuen Versionen des Samsung S10 haben den Anfang gemacht, Mobilfunkanbieter locken ihre Kunden schon mit Wechselangeboten. Demnächst folgt das Huawei P30, und später im Frühjahr erscheinen auch noch die faltbaren Handymodelle von Samsung und Huawei, zu einem stattlichen Preis allerdings.

          Thomas Klemm

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Nur Apple lässt seine Anhänger wie gewohnt zappeln, das neue iPhone 11 wird wohl wieder erst im Spätsommer vorgestellt. Jedenfalls ist der Reiz, sich ein neues Smartphone mit mehr Speicherkapazität, größerem Display, besserer Kamera und stärkerem Sound zu gönnen, auch in diesem Jahr wieder groß. Stellt sich allerdings die Frage: Wohin mit dem alten Handy, das eigentlich noch gut funktioniert? Es gibt bessere Möglichkeiten, als ein ausgemustertes Modell in die Schublade zu legen.

          Alte Geräte zu Geld machen

          124 Millionen alte Mobilgeräte haben die Deutschen daheim herumliegen, hat der Digitalverband Bitkom im vergangenen Jahr aufgrund einer Umfrage errechnet. Dabei könnte man die Handys und Smartphones verschenken, spenden oder auf Recyclinghöfen oder beim Mobilfunkanbieter entsorgen. Oder man verkauft ein funktionstüchtiges Gerät so teuer wie möglich und nutzt das erhaltene Geld für den Erwerb eines neuen Modells.

          Am schnellsten können derzeit die Berliner ein altes Smartphone loswerden. In der Hauptstadt stehen in drei Saturn-Filialen Automaten des Start-ups Cellomat, wo Verbraucher ihr Handy einstecken und checken lassen können. Hat der Automat den Zustand des Geräts geprüft, macht er ein Angebot zum Rückkauf. Allerdings wird der Restwert nur in Form eines Saturn-Einkaufsgutschein ausgezahlt.

          Portale bringen einen weiter

          Wer nicht in Berlin weilt oder statt eines Gutscheins lieber Geld erhält, dem bieten Rückkaufportale eine gute Möglichkeit, das Handy loszuwerden. Gegenüber einem Inserat auf den Verkaufsplattformen von Ebay oder Amazon haben Rebuy, Flip4New, Zoxs und ihresgleichen einige Vorteile: Es fallen keine Gebühren für Versand und Verkauf an, das Geld wird in der Regel binnen weniger Tage überwiesen, auch die Zeit fürs Fotografieren und Inserieren des Smartphones spart man sich. Nachteilig ist, dass man bei den Rückkaufportalen oft etwas weniger Geld bekommt als bei den größeren Internet-Marktplätzen.

          Aber ein paar hundert Euro sind allemal drin für ein Smartphone, das ein, zwei oder drei Jahre alt ist (siehe Tabelle). Doch selbst für ein zwanzig Jahre altes Nokia-Handy 6150 zahlen manche Portale noch ein paar Euro. Die Rückkauf-Preise auf den Portalen schwanken in der Regel sehr stark, weshalb Verbraucher am besten die Preisentwicklung über mehrere Tage im Blick behalten sollten.

          Telekom erscheint im Test als eher knausrig

          Was auffällt in der Auswertung, die das Onlinemagazin Teltarif mit seinem Partner idealo.de für die F.A.S. vorgenommen hat: Die Deutsche Telekom bietet ihren Kunden auf dem Ankaufsportal Teqcycle fast immer den niedrigsten Preis für Modelle von Apple, Samsung und Huawei.

          Um sein Smartphone auf einem der Rückkaufportale loszuschlagen, muss der Verbraucher Name und Nummer des Modells in eine Suchmaske eingeben und danach sein Gerät anhand verschiedener Kriterien bewerten. Zu beantworten ist, in welchem Gesamtzustand sich das Handy befindet, wie gut das Display funktioniert, was der Akku noch leistet. Eine Ladeschwäche oder einen Kratzer zu unterschlagen, ist zwecklos, denn die Experten bei den Portalen prüfen alles sehr penibel nach. „Wenn man sein Handy zu gut einstuft, bekommt man vom Rückkaufportal einen Abzug“, sagt Teltarif-Experte Markus Weidner.

          Weniger Geld gibt es auch, wenn das Mobilgerät mit Pin, Passwort oder biometrischen Merkmalen gesperrt wurde oder wenn das Handy nur mit der Sim-Karte eines bestimmten Mobilfunkanbieters funktioniert. Ob eine Sim-Karte für andere Mobilfunknetze gesperrt ist, testet man am einfachsten, indem man die Karte gegen eine andere tauscht und prüft, ob das Handy weiter zu nutzen ist.

          Vor dem Verkauf sollte jedes Gerät zurückgesetzt werden und aus allen zugehörigen Accounts entfernt werden. Ist die Funktion „Mein Gerät suchen“ weiter aktiviert, so gibt es ebenfalls einen Preisabschlag. Für Netzteile und anderes Zubehör gibt es von vorneherein nur ein paar Euro. „Da behält man es lieber als Ersatz fürs nächste Handy“, sagt Weidner.

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