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Marktbericht : Handelsstreit und Gewinnwarnungen belasten Börsen

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Die Börse in Frankfurt. Bild: AFP

Die negative Mischung aus internationalem Handelsstreit, politischer Unsicherheit in Deutschland ließen am Montag die Aktienkurse fallen.

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          Aus Sorge um hohe Zölle und sinkende Unternehmensgewinnen sind die Aktienmärkte am Montag in die Knie gegangen. Der Dax fiel um 2,5 Prozent auf 12.270 Punkte, der Eurostoxx50 verlor zwei Prozent auf 3369 Punkte. In New York notierten der Dow Jones und der S&P 500 zum Handelsschluss in Europa je etwa eineinhalb Prozent niedriger, der Nasdaq-Composite verlor mehr als zwei Prozent.

          “Das Börsenumfeld wird ungemütlicher“, fasste Marktanalyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets zusammen. „US-Präsident Trump lässt nicht locker und scheint im Handelskonflikt gewillt zu sein, immer noch eins draufzusetzen.“ Damit werde das Klima in der Weltwirtschaft spürbar rauer.

          Das war auch am Ifo-Geschäftsklimaindex abzulesen. Dieser an der Börse viel beachtete Indikator für die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft fiel angesichts des Handelsstreits mit den Vereinigten Staaten so schlecht aus wie seit über einem Jahr nicht mehr. „Die Unternehmen stellen sich auf ein schwierigeres Umfeld ein“, sagte DZ-Bank-Chefvolkswirt Stefan Bielmeier.

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          Neben den Drohungen von Amerikas Präsident Donald Trump, 20-prozentige Einfuhrzölle auf europäischen Autos zu erheben, machten laut Händlern auch die jüngsten Gewinnwarnungen die Anleger mürbe. So kappte am Montag der deutsche Autozulieferer Elringklinger seine Prognose und löste damit einen  Kursrutsch von rund neun Prozent auf ein Neun-Jahres-Tief von 11,83 Euro aus. Vor dem Hintergrund der Senkung der Gewinnprognose von Daimler in der vorigen Woche und zuvor der Deutschen Post lösten Gewinnwarnungen schnell einen Ausverkauf aus, sagte ein Händler.

          Die Aktien von Daimler, Volkswagen und BMW zählten mit Abschlägen von bis zu fast drei Prozent denn auch zu den schwächsten Werten im Dax. Doch auch die Papiere von Peugeot und Renault sowie der Rivalen Ford und GM fielen deutlich. Neben Elringklinger kamen auch andere Zulieferer unter die Räder.

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          Zu den größten Verlierern im deutschen Handel zählten somit die Papiere von Osram, die um fast zwölf Prozent auf 41,05 Euro abstürzten - den niedrigsten Stand seit Februar 2016. Da liege die Gewinnwarnung zwar schon einige Zeit zurück, aber nach charttechnischen Verkaufssignalen hätten die Anleger in diesem schlechten Marktumfeld abermals die Flucht ergriffen.

          “Die Aktien von Unternehmen, die ihre Prognosen kassieren, werden immer stärker abgestraft“, fasste ein Börsianer zusammen. Zudem gehe die Verunsicherung quer durch alle Sektoren. So kappten auch der weltgrößte Kreuzfahrt-Anbieter Carnival, dessen Aktien in London und New York gelistet sind, und der weltgrößte Kabelhersteller Prysmian aus Italien ihre Prognosen. Die Aktien beider Unternehmen brachen um über zehn Prozent ein. Carnival gehört über die Cunard-Linie die Kreuzfahrtschiffe Queen Mary II und die Queen Elizabeth.

          Auch die Technologie- und Reisebranche konnte sich der allgemeinen Verunsicherung kaum entziehen. Da Trump stets vor dem Diebstahl geistigen Eigentums gewarnt habe, fürchteten viele Anleger Folgen im Handel für die Chipbranche. Aktien von Konzernen wie Infineon oder ASML flogen daher aus den Depots und verloren je über fünf Prozent.

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