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Außenhandel in Not : Japans Export schrumpft und schrumpft

Eine Passantin läuft an einer elektronischen Anzeige der neuesten Indizes der Tokioter Börse vorbei. Bild: AP

Der Handelsstreit, den die Vereinigten Staaten gegen China angezettelt haben, trifft die amerikanischen Verbündeten in Fernost. Der Außenhandel in Japan und Südkorea zeigt einen Rückgang, der sein Ende wohl noch nicht erreicht hat.

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          Japan hat im September den 63. Monat nacheinander einen Überschuss in der Leistungsbilanz von 1,61 Billionen Yen (13 Milliarden Euro) erwirtschaftet. So meldeten es am Montagmorgen die japanischen Agenturen mit dem leichten Unterton eines Erfolgs. Der Wert liegt nur wenig unter dem Durchschnitt der vergangenen drei Jahre und deutet insoweit auf keine besondere Entwicklung hin. Doch diese platte Zahl verbirgt eine Schrumpfung des internationalen Handels, die ihr Ende wohl noch nicht erreicht hat.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Ein tieferer Blick in die Statistik zeigt, dass die japanische Warenausfuhr im September den zehnten Monat nacheinander schrumpfte und gut 5 Prozent niedriger lag als ein Jahr zuvor. Fast parallel geht seit Ende des vergangenen Jahres auch die japanische Wareneinfuhr zurück. Vorläufige Daten für die ersten zehn Tage im Oktober zeigen an, dass die Schrumpfung andauert und sich sogar beschleunigt hat.

          Eine solch längere Phase der außenwirtschaftlichen Schrumpfung gab es für Japan zuletzt in den Jahren 2015 und 2016. Damals mag eine Aufwertung des Yen eine Rolle gespielt haben. Sucht man andere vergleichbar lange Episoden, muss man schon auf die globale Finanzkrise 2008/09 und auf das Platzen der Internetblase 2001 zurückblicken.

          Regional erklärt das Minus des japanischen Exports sich zum größten Teil durch niedrigere Lieferungen nach China, die auch weniger Lieferungen von Vorprodukten nach Südkorea nach sich ziehen. Der politisch aufgeheizte Handelskrach zwischen Japan und Südkorea trägt seit dem Sommer seinen Teil dazu bei, um Japans Außenhandel ins Minus zu setzen.

          Auch Südkorea für seinen Teil leidet unter der wirtschaftlichen Abschwächung in China. Erste Daten für den November deuten darauf hin, dass der südkoreanische Export den zwölften Monat nacheinander schrumpfen könnte. Die Hoffnung der Regierung richtet sich unter anderem darauf, dass mit einer Wiederbelebung der Nachfrage nach elektronischen Speicherbausteinen die Ausfuhr wieder in Gang komme.

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