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Kommentar : Billiger wohnen

Die Zinsen sind niedrig, viele Menschen denken über ein Eigenheim nach. Ob das ein gutes Geschäft ist, hängt von etwas anderem ab.

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          Der Gewinn liegt im Einkauf: Diese alte Kaufmannsregel bewahrheitet sich im Augenblick für Immobilien in Deutschland. Die Zinsen sind niedrig wie nie. Das verlockt viele Leute, über eine eigene Immobilie nachzudenken. Banken werben mit günstigen Darlehen, zum Teil sogar Finanzierungen zu 100 Prozent. Mitbringen muss der Kunde in der Regel zumindest Eigenkapital für die Nebenkosten wie Notar und Grundbucheintrag.

          Das Verfahren birgt aber Risiken. Wer mit den extrem niedrigen Zinsen kalkuliert und nur eine geringe Tilgung einplant, gerät womöglich in Schwierigkeiten, wenn das Darlehen ausläuft, noch nicht besonders viel getilgt ist und die Anschlussfinanzierung nur zu höheren Zinsen möglich ist.

          Deshalb ist es klug, gleich eine höhere Tilgung zu vereinbaren und so zu kalkulieren, dass man die Raten trotzdem gut stemmt. Wenn die Immobilienpreise tatsächlich irgendwann sinken, trifft einen das nicht, solange man in der Immobilie wohnt und sie nicht verkaufen will. Ob das ganze Investment am Ende aber ein gutes Geschäft ist, hängt sehr stark davon ab, zu welchem Preis man die Immobilie am Anfang erwerben konnte - vom Einkauf eben.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

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