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Aktivistischer Investor : Brennende Handys und das Samsung-Wunder

Brandgefährlich: Samsung muss mehr als zwei Millionen defekte Smartphones umtauschen. Bild: AFP

Explodierende Handys und rauchende Tablets. Defekte Waren belasten das Geschäft des Elektronikherstellers Samsung. Ein aktivistischer Investor soll den Konzern nun zum Erfolg zwingen.

          Auf der Beliebtheitsskala der Finanzbranche stehen aktivistische Investoren, um es zurückhaltend auszudrücken, nicht ganz oben. Männer wie Carl Icahn oder Bill Ackman sind ebenso berühmt wie berüchtigt dafür, selbst als Eigner von überschaubaren Unternehmensanteilen mächtig Druck auf das Management auszuüben. Dadurch wollen sie höhere Aktienkurse, mehr Ausschüttungen, eine straffere Konzernstruktur oder Fusionen durchsetzen.

          Thomas Klemm

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Mit anderen Worten: Sie sind mit allen Wassern gewaschene Kapitalisten. Den Konzernchefs mag das nicht gefallen, aber Nutznießer der Aktivisten-Vorstöße sind oft die Anleger; auch jene, die Firmenanteile nur kaufen oder verkaufen und sich sonst nicht kümmern und von Hauptversammlungen fernhalten.

          In der zurückliegenden Woche geschah es wieder einmal, dass ein aktivistischer Investor alle aufrüttelte: die Vorstandsetage eines Konzerns ebenso wie die stillen Aktionäre. Der amerikanische Hedgefonds Elliott war es, der dem Elektronikhersteller Samsung öffentlich ein paar Vorschläge unterbreitete: Die südkoreanische Unternehmensgruppe solle ihre Beteiligungen entflechten, das operative Geschäft abspalten und an die Börse bringen und eine Dachgesellschaft bilden.

          ZALANDO SE

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          Zudem regt die Investmentgesellschaft des Milliardärs Paul Singer an, eine Sonderdividende von umgerechnet 24 Millionen Euro auszuschütten. Die Vorschläge kamen gut an: bei Anlegern, die den Aktienkurs von Samsung auf ein neues Rekordhoch hievten, und angeblich im Konzern selbst. Man habe schon in dieselbe Richtung gedacht, hieß es aus Seoul.

          Der Zeitpunkt des Vorstoßes ist kein Zufall: Der aktivistische Investor Singer, dessen Hedgefonds mit 0,62 Prozent an Samsung beteiligt ist, macht dem Unternehmen genau dann Dampf, wenn dessen angeblich bestes Produkt in Rauch aufgeht. Bislang bekommt Samsung die Scherereien mit den fehlerhaften Akkus des neuen „Galaxy Note 7“ nicht in den Griff; jüngst ist sogar ein angeblich ausgetauschtes Gerät in Rauch aufgegangen.

          Die Umtauschaktion, die mehr als zwei Millionen Smartphones betrifft, wird Samsungs Geschäft wohl eine Weile belasten. Wie gut, dass der Konzern viel mehr produziert als mobile Endgeräte. Wie die jüngste Gewinnschätzung fürs dritte Quartal zeigt, legt Samsung in anderen Sparten weiter gut zu. Einen aktivistischen Investor wie Elliot wird es freuen, aber ihm nicht genügen. Zum größeren Glück muss Samsung womöglich gezwungen werden.

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