https://www.faz.net/-gv6-9e4uq

Großaktionär aus China : HNA will wohl die Deutsche Bank verlassen

  • Aktualisiert am

Die Deutsche Bank verliert einen Großaktionär Bild: dpa

Der chinesische Großaktionär der Deutschen Bank plant offenbar den Ausstieg bei dem Geldinstitut. Dazu dränge die Regierung in Peking.

          1 Min.

          Die Deutsche Bank hat augenscheinlich künftig einen Großaktionär weniger. Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ plant der klamme chinesische HNA-Konzern seinen Komplettausstieg bei dem deutschen Geldhaus.

          Bereits im April hatte HNA die Beteiligung an der Deutschen Bank auf weniger als 8 Prozent reduziert. Aktuell soll die Aktien Beteiligung - mit Derivaten und Optionen eingerechnet nach Aussagen der Deutschen Bank bei 7,6 Prozent liegen. Zu dem Ausstieg drängt die chinesische Regierung, die Druck auf den Mischkonzern ausübt, dass HNA sich wieder mehr auf das Kerngeschäft mit Hotels und Fluglinien konzentriert, nachdem man in den vergangenen Jahren durch massive Zukäufe an Firmenbeteiligungen und Immobilien einen milliardenschweren Schuldenberg aufgetürmt hat – und in Geldnöte geraten war.

          „Wir haben uns verpflichtet, unsere Strategie zu straffen, um uns auf unsere Kerngeschäftsfelder Luftfahrt, Tourismus und Logistik zu konzentrieren, unseren Betrieb zu verbessern und unsere Bilanz zu stärken“, wird ein HNA-Sprecher von der Zeitung zitiert. Laut der Zeitung soll die Deutsche Bank-Beteiligung in den nächsten 18 Monaten nach und nach abgebaut werden.

          DT. BANK

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          HNA war erst Anfang des vergangenen Jahres zum Hauptaktionär der Deutschen Bank aufgestiegen. Den Großteil der Anteile (6,63 Prozent) hat HNA bei der Schweizer Großbank UBS geparkt und über Finanzinstrumente abgesichert. Im Fall eines Verkaufs der Aktien sollten somit die negativen Auswirkungen auf den Kurs der Deutschen Bank begrenzt bleiben. Dennoch würde ein Ausstieg der Chinesen für weitere Unruhe bei dem Geldhaus sorgen, das nach drei Verlustjahren in Folge unter dem seit diesem April amtierenden Chef Christian Sewing den Umbau beschleunigen will

          Die Struktur und die Finanzierung der HNA-Beteiligung am deutschen Bankinstitut standen von Anfang in der Kritik. Dass sich HNA mit Hilfe von Derivaten gegen Kursverluste absicherte, brachte den Chinesen den Vorwurf ein, die Deutsche Bank nur als Spekulationsobjekt zu sehen. Der Aktienkurs der Deutschen Bank fiel zunächst nach dieeser Nachricht im frühen Freitaghandel um mehr als 1 Prozent auf den tiefsten Stand seit Mitte Juli, erholte sich dann aber wieder.

          Weitere Themen

          Wie die EU sich an Großbanken rächt

          Wegen Regelverstößen : Wie die EU sich an Großbanken rächt

          Weil zahlreiche große Geldhäuser in der Vergangenheit an Marktmanipulationen beteiligt waren, dürfen sie nun nicht am milliardenschweren und lukrativen Wiederaufbauprogramm der EU nach der Corona-Krise verdienen.

          Topmeldungen

          0:1 gegen Frankreich : Deutscher EM-Fehlstart mit Verve

          Mats Hummels trifft – ins eigene Tor: Beim 0:1 gegen Frankreich überzeugt die Einstellung von Joachim Löws Team. Die Niederlage der Deutschen zeigt aber auch, was zur Klasse der Franzosen fehlt.
          Innenansicht des „IBM Quantum System One“

          Quantencomputer vorgestellt : Rechnen mit kleinsten Teilchen

          Bei Stuttgart steht der erste kommerziell nutzbare Quantencomputer in Europa. Die Forschung verspricht sich von ihm bahnbrechende Ergebnisse, die Industrie kräftige Impulse.
          Von Mazar nach Calw: Brigadegeneral Ansgar Meyer, Kommandeur des letzten deutschen Afghanistankontingents

          Ansgar Meyer : Ein Außenseiter für das KSK

          Brigadegeneral Ansgar Meyer hatte in seiner langen Karriere mit dem KSK lange nichts zu tun. Dennoch übernimmt er nun den Eliteverband. Oder gerade deshalb.
          „Ich fühle mich absolut wunderbar“: Eine unabhängige Journalistin widersprach den Aussagen von Roman Protassewitsch während der Minsker Inszenierung.

          Propaganda in Belarus : „Ich glaube Ihnen nicht“

          Das Lukaschenko-Regime in Belarus benutzt den inhaftierten Journalisten Roman Protassewitsch weiter für seine Propaganda-Inszenierungen. Doch in den öffentlichen Vorführungen regt sich nun auch Widerspruch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.