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Anleiherenditen : Griechischer Frühling

Investoren verlangen wieder niedrigere Zinsen von Griechenland für Schuldenmachen. Das ist erfreulich – Athen darf dieses Vertrauen nun nicht wieder verspielen.

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          Griechenland hat wieder Vertrauen unter den Investoren geschaffen. Das ist zweifelsfrei eine erfreuliche Entwicklung, doch darf sie nicht zu Übermut in Athen führen. Das Land ist noch immer überschuldet. Die Fähigkeit, sich wieder am Kapitalmarkt eigenständig finanzieren zu können, ist auch darauf zurückzuführen, dass die Investoren eine Rückendeckung Athens durch die Eurogruppe annehmen.

          Der beeindruckende Renditerückgang seit Jahresanfang hat einen wichtigen Grund in den negativen Renditen vieler anderer Eurostaatsanleihen. Rund 40 Prozent aller auf Euro lautenden Anleihen aus dem investitionswürdigen Bereich weisen inzwischen negative Renditen auf.

          Die Suche nach attraktiven Zinsen im Euroraum führt sehr schnell zu den griechischen Staatsanleihen. Die Nachfrage treibt deren Kurse und drückt deren Renditen.

          Auch die Renditen der Euro-Krisenländer Spanien, Portugal und Italien sind seit Jahresanfang gesunken. Griechenland muss sich bewusst sein, dass eine Schwalbe noch keinen Sommer macht. Aber ein schöner Frühling kann viel wert sein. Das Vertrauen der Investoren darf jetzt nicht verspielt werden.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

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