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Schuldenkrise : Die neue griechische Staatsanleihe ist begehrt

Sichtlich zufrieden: Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras hat heue EU-Währungskommissar Pierre Moscovici zu Besuch. Bild: dpa

Griechenland ist auf dem Kapitalmarkt zurück: Das Land leiht sich 3 Milliarden Euro, die Anleger hätten auch mehr gegeben. Von Wolfgang Schäuble kommt Lob und eine Mahnung.

          Die Rückkehr Griechenlands an den Kapitalmarkt ist geglückt. Der neue fünfjährige Titel im Volumen von 3 Milliarden Euro wurde an diesem Dienstag von den Investoren mit mehr als 6,5 Milliarden Euro nachgefragt. Das große Interesse sorgte für günstigere Finanzierungskonditionen. Die Rendite lag am Ende mit 4,625 Prozent deutlich unter der ursprünglichen Erwartung der griechischen Regierung von 4,75 Prozent. Die kühnsten Hoffnungen in Athener Finanzkreisen erfüllten sich aber nicht. Denn die hatten bei 4,2 Prozent gelegen.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras wertet die Emission als Erfolg. Er sprach von einem wesentlichen Schritt, um das unangenehme Abenteuer der griechischen Finanzkrise zu beenden. Von August 2018 an muss sich Griechenland wieder eigenständig finanzieren. Das dritte Hilfspaket der Eurogruppe und des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Volumen von maximal 86 Milliarden Euro endet dann. Ab diesem Zeitpunkt ist Griechenland auf den Kapitalmarkt angewiesen.

          Schäuble lobt

          Die letzten Anleihen begab das Land im Jahr 2014, bevor es wieder zu Finanzierungsproblemen gekommen ist. Mit 4,625 Prozent fällt der Zins günstiger aus als im April 2014. Damals musste für eine fünfjährige Anleihe noch eine Rendite von 4,95 Prozent bezahlt werden. Das Emissionsvolumen von ebenfalls 3 Milliarden Euro war damals sogar auf eine Nachfrage von 20 Milliarden Euro gestoßen.

          Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die Rückkehr Griechenlands an den Kapitalmarkt begrüßt und das Land zu weiteren Reformen aufgerufen. Das Land habe die Chance, schrittweise wieder an den Markt zu gehen und dort Geld aufzunehmen, sagte eine Sprecherin des Ministers.

          „Dies ist das Ergebnis langwieriger Reformen gemeinsam mit den europäischen und internationalen Partnern.“ Nun gelte es, das gewonnene Vertrauen zu verstetigen, Reformen weiter zu stärken und die kommende dritte Überprüfung des laufenden Hilfsprogramms fristgerecht abzuschließen.

          Zwar bleiben griechische Staatsanleihen im Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) außen vor. Gleichwohl haben sie indirekt auch davon profitiert. Das zeigt sich an dem deutlichen Rückgang der Rendite. Diese liegt für zehnjährige Staatsanleihen gegenwärtig bei 5,24 Prozent. Im Frühjahr 2015 lag die Rendite noch über 10 Prozent, was Ausdruck der hohen Besorgnis um die weitere Zahlungsfähigkeit des Landes war. Wenn die Rendite einer Anleihe sinkt, steigt deren Kurs. Ein Rückgang der Rendite zeigt an, dass die Risiken des Schuldners als geringer eingeschätzt werden.

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